Zieh in eine WG haben sie gesagt.

Wie es ist allein zu leben VS. in einer WG zu wohnen

kinga-cichewicz-rTfjTLp4p3Q-unsplash

Endlich! Eigene Wohnung, eigenes Heim, eigene vier Wände. Ich habe es geschafft. Ihr hättet mein Gesicht mal sehen sollen, als ich endlich mein eigenes, neues Geschirr in die Schränke einräumen durfte und meine neuen Töpfe zum Ersten Mal ausprobieren durfte. Dieses Gefühl! Letzte Woche sind dann auch endlich noch meine Möbel gekommen – ein Traum. Ja, es duftet alles so schön neu… Endlich nach Hause kommen und alles für mich haben dürfen, fünf Tage nicht abspülen müssen und die einzige Person, mit der ich es ausmachen muss, bin ich! Das fühlt sich so verdammt gut und befriedigend an. Ich kann unter Menschen gehen, wenn mir danach ist, und allein zuhause für mich bleiben, wenn mir nicht danach ist. Und ich bin so dankbar dafür. Ich habe auch bereits die andere Seite kennen gelernt und kurze Zeit in einer WG gelebt. Das hat auch seine Vorteile, keine Frage! Doch momentan, muss ich zugeben, bin ich ein Fan des Alleine-Wohnens. Allein schon, weil ich jetzt, mit 23 Jahren, endlich einmal Abstand von zuhause und meinen Eltern gewinnen kann. Irgendwann fällt einem dann zuhause doch mal die Decke auf den Kopf.

yeo-khee-bn4Ve3NjQ8g-unsplash

In einer WG habe ich mit drei weiteren Personen gelebt. Wir hatten ein ganzes Haus für uns: Mit Treppe nach oben zu den ersten beiden großen Zimmern, viel Licht, einer Küche mit Ofen und großem, neuen Kühlschrank, einem Badezimmer mit Wanne und Waschmaschine sowie einem Balkon. Oben gab es zusätzlich einen Wintergarten, eine weitere Toilette sowie die zwei weiteren Zimmer, ebenfalls groß und hell. In der WG haben wir Mädels oft zusammen am Abend gekocht, geratscht und Tee bis in die späten Stunden getrunken, das war sehr schön. Immer wenn ich von der Uni nach Hause gekommen bin, war jemand da, mit dem man sich unterhalten konnte, ein dankbarer Zuhörer, bei dem man sich seine Sorgen und Ängste von der Seele reden konnte. Wir hatten einen Putzplan, an dem ich mich so semi-gut gehalten habe und eine gute Atmosphäre in der WG. Meine Mitbewohner waren für mich da, wenn ich sie gebraucht habe und ich habe mein Bestes versucht, es umgekehrt für sie zu sein. Wir haben manchmal sogar zusammen eingekauft, sind gemeinsam zur Uni gegangen und und und … wir waren schon ein gutes Team! Leider war meine WG nur zur Zwischenmiete, deswegen musste ich mich zum zweiten Semester nach einer neuen Wohnung umsehen. Das ging sogar recht schnell, ich bin dann in eine Ein-Zimmer-Wohnung ins Studentenwohnheim in der Nähe des Bahnhofs gezogen und fühle mich sehr wohl dort. Ein paar Nachbarn habe ich bereits kennengelernt, aus denen jetzt schon gute Freunde geworden sind. Ansonsten ist die Studentenanlage recht anonym. Zudem habe ich im Studentenwohnheim eigentlich eine riesige WG für mich: Wenn ich Menschen treffen möchte, klopfe ich einfach an der Tür meines Nachbarn und frage, ob wir zusammen eine rauchen. Sofort sind wir vertieft in einem anregenden Gespräch. Oder ich setze mich wie so oft vor meine eigene Haustür und rauche ein paar Zigaretten, höre Musik und ständig laufen Nachbarn vorbei, wobei sich auch viele nette Smalltalks ergeben. Es ist so einfach!

shubhesh-aggarwal-0_ANUVluyss-unsplash

Also abschließendes Fazit: WG wie eigene Wohnung hat seine Vorteile, es kommt ganz darauf an, welcher Typ man ist. Lieber für sich und zurückgezogen oder gerne unter Menschen? Sauber und penibel oder so, dass man auch mal ein Auge zudrücken kann? Das müsst ihr für euch entscheiden.

5 Tipps für den Einzug ins neue Heim:

  1. Zieht nie allein um! Auch wenn ihr denkt, ihr schafft das schon mit den IKEA Möbeln, einfach nein. Es geht nicht allein. Schnappt euch eure Nachbarn, Freunde und Familie und dann los!
  2. Behaltet immer die Anleitung sowie die Schrauben im Auge, das ist seeeeeehr wichtig!
  3. Gläser und Geschirr behutsam transportieren, am besten in Stoff oder Papier einwickeln.
  4. Baut in Etappen auf und teilt euch eure Kräfte gut ein, lieber Pausen machen dazwischen.
  5. Gönnt euch, wenn alles vollbracht ist, ein gutes, altes Feierabendbier, das habt ihr euch jetzt wirklich verdient!

james-hartono-bfnlZIme9NI-unsplash

Vorzüge des Alleine-Wohnens:

  • Man hat seine Ruhe und ist für sich
  • Man kann abspülen und putzen, wann man will
  • Man kann unter Leute, wann man will
  • Man kann Musik machen, wann man will
  • Man kann Leute einladen, wann man will

Gründe für das WG-Leben:

  • Man ist nie allein
  • Man hat meistens jemanden zum Reden
  • Man muss nicht alles allein putzen
  • Man kann zusammen kochen und einkaufen
  • Man lernt schnell neue Leute kennen

Contras des Alleine-Wohnens:

  • Man ist oft allein
  • Man muss alles allein putzen
  • Man muss selbst kochen und einkaufen
  • Man vereinsamt und isoliert sich schnell
  • Man findet nicht so schnell Freunde

Negative Aspekte des WG-Lebens:

  • Man muss sich an einen Putzplan halten
  • Man muss den Dreck oder die Sauberkeit der anderen aushalten
  • Man muss eventuell warten, um ins Badezimmer gehen zu können
  • Man wird oft von anderen gestört und aufgehalten
  • Man hat seltener seine Ruhe

 

stephan-valentin-I0YKrkgVo4Y-unsplash

Leben mit Migräne…

… oder: Wie mein erstes Konzert (One Republic) zum Horrortrip wurde.

(Die Migräne begleitet mich nun seit vielen Jahren durch mein tägliches Leben. Oft kann ich durch schwere Attacken nur beschränkt Leistung abrufen, schaffe weniger als an „normalen“ Tagen und als die anderen. An manchen Tagen legt mich die Migräne auch komplett lahm, sodass gar nichts mehr geht. Meist verlaufen diese Tage recht unspektakulär: Ich liege nur im Bett, mit dem Kopf auf der Seite des pochenden Schmerzes, mein Zimmer abgedunkelt. An einen Tag kann ich mich jedoch gut erinnern, weil ich im Nachhinein auch gerne darüber lache – ja, man glaubt es kaum!)

michael-discenza-MxfcoxycH_Y-unsplash

Ich hatte mit einer guten Freundin Karten für ein One Republic Konzert in Nürnberg. Kurz bevor es so weit war, entschlossen wir uns dazu, mit einem Bekannten, den ich zuvor auf einem Festival kennengelernt hatte, auf das Konzert zu fahren. Seine Cousine wohnte zu der Zeit in Nürnberg, und er lud uns ein, dort mit ihm zu übernachten. Wir hatten einen richtig guten Abend, feierten zur Musik und tranken ein, zwei Bier und Jägermeister. Ein, zwei für mich zu viel. Denn ich hatte seit Wochen nichts mehr getrunken und war nicht mehr an den Alkohol gewöhnt, mein Kopf wohl auch nicht. Am nächsten Morgen gab er mir das auch zu spüren. Mir war übel (nein, kein Kater!) und ich konnte nicht aufstehen. Ich musste nur den kleinen Finger an meiner rechten Hand anheben und mir wurde kotzübel. Also erst mal liegen bleiben, abwarten und weiter ausruhen. Nach einiger Zeit, als ich mich wieder etwas bewegen konnte, stand ich auf und ging zum Klo. Natürlich war es schon wieder zu spät. Natürlich musste ich mich übergeben. In einer völlig fremden Wohnung. Gott, das war mir so peinlich! Nachdem unsere Gastgeberin uns a) völlig fremd und b) trotzdem unfassbar herzlich zu uns war.

Und wenn es einmal losgeht, dann hört es einfach nicht mehr auf. Es will nicht aufhören. Unsere liebe Gastgeberin machte Frühstück, wir saßen gemeinsam am Tisch und alle meinten, ich solle unbedingt etwas essen, das helfe. Bestimmt. Nein, sagte mein Kopf, den die Erfahrung etwas anderes gelehrt hatte. Aber gut, ich aß einen Bissen von meinem Toast mit Marmalade. Bumm. Ich musste aufstehen und direkt zum Klo. Ich kam zurück. Und musste wieder aufs Klo. Das ging so ein paar Stunden, bis sich mein Magen irgendwann etwas stabilisiert hatte und ich wieder in der Lage war, mein Auto sicher nach Hause zu fahren. Und all das geschah auch noch zwei Tage vor meiner Abgabe der Seminararbeit im Abiturjahr… Holy Migraine.

amy-shamblen-lJt-3NUFng4-unsplash