Oktoberfest mal anders – Riesengaudi auf der „Oiden Wiesn“

IMG_20130925_183121 „Zu überfüllt, zu teuer und lauter Betrunkene“ oder ähnlich klingen die meisten Thesen, die gegen einen Wiesn-Besuch sprechen. Die sogenannte „Oide Wiesn“ beweist das Gegenteil und ist ein Beispiel dafür, dass man jeglichen Klischees trotzen und sich einen Gauditag auf dem größten Volksfest der Welt gönnen sollte. Die „Oide Wiesn“ ist heuer zum fünften Mal fester Bestandteil des Oktoberfests, sie wurde im Rahmen des 200-jährigen Jubiläums der Wiesn im Jahr 2010 eingeführt. Das sich im Südteil der Theresienwiese zu findende Spektakel symbolisiert Volksfestradition, bayerisches Brauchtum sowie traditionelle und jugendfrische Volksmusik. Vergleichbar mit einer Art „lebendem Museum“, in dem alte Fahrgeschäfte und andere historische Jahrmarktstraditionen im Originalzustand ausgestellt werden, bietet die „Oide Wiesn“ ein originelles Highlight am Oktoberfest. Das Besondere dabei ist, dass man all diese noch gut erhaltenen Karusselle fahren kann, und das für nur einen Euro. Somit repräsentiert sich die „Oide Wiesn“ als eine Art Retro-Volksfest, so wie es „früher“ gewesen ist, das in einem schönen Kontrast zur modernen Wiesn steht. Für einen Eintritt von drei Euro bekommt man den Zugang zu der kleinen Jahrmarktwelt, in der man sich fühlt, als wäre man zurück im Jahr 1958. Vom Autoscooter mit „Oldies“ aus den 60ern bis zum klassischen Nostalgiekarussel ist alles noch im damaligen Originalzustand erhalten. Raritäten wie ein Wohnwagen aus dem Jahr 1905, eine Schiffschaukel aus der Zeit um 1925 oder eine Jahrmarktsorgel von 1939 werden im Museumszelt ausgestellt. Nach ein oder zwei Maß kann man sich im „Humoristischen Velodrom“ einen Spaß gönnen, und für einen Euro seine Künste auf kuriosen Rädern testen und an Wettrennen vor vielen Zuschauern teilnehmen. Ebenso unterhaltsam sind die Außenareale der „Oiden Wiesn“. Bei der „Fahrt ins Paradies“, begleitet von Orchestermusik, fühlt man sich wie im Schneeexpress, nur nostalgischer und klangvoller. Auch das Marionettentheater und das Springpferdkarussell sind beliebte Anlaufpunkte des Traditionsjahrmarkts. Unter der Woche ist es leicht, gute Plätze in den drei Bierzelten der „Oiden Wiesn“ zu finden. Das Traditionsfestzelt und das Museumszelt bieten traditionelle, bayrische Volksmusik, im „Herzkasperl Musikantenzelt“ bekommt die junge Volksmusik eine Bühne. Da sich das Traditionsfest mittlerweile allgemeiner Beliebtheit unter den Münchern erfreut, wird es weiterhin beibehalten und auch wieder bei der Wiesn 2015 Teil des Oktoberfests sein. Nun nichts wie los und auf zur Oiden Wiesn!

Nostalgisch geht es auf der Oiden Wiesn zu, auf dem Bild ist eine Jahrmarktsorgel aus dem Jahr 1939 zu sehen.
Nostalgisch geht es auf der Oiden Wiesn zu: Auf dem Bild ist eine Jahrmarktsorgel aus dem Jahr 1939 zu sehen.

Am 25. Mai wählt Europa

BildHallo. Ich will Ihnen mal einen Rat geben: Das Wichtige im Leben überlässt man nicht den anderen. Das Wichtige regelt man besser selbst. Und jetzt gebe ich Ihnen noch einen Rat. Am 25. Mai ist Europawahl. Da gehen Sie bitte wählen. Und zwar die CDU, damit Deutschland in Europa eine starke Stimme hat. CDU. Haben Sie das? Am 25. Mai Europawahl, CDU wählen.“, dröhnt die belästigende Stimme des Sprechers eines aktuellen Radiospots der CDU anlässlich der Europaparlamentswahl am 25. Mai 2014. Gerade ging noch die größte Abstimmung der Menschheitsgeschichte mit 815 Millionen Wahlberechtigten bei den Parlamentswahlen in Indien über die Bühne, da steht schon das nächste Megavotum an: Europa. Doch was wählen wir da eigentlich, wen wählen wir, und welchen Einfluss hat das auf Deutschland?

Ab Donnerstag ist es wieder soweit: Vom 22. bis zum 25. Mai werden nach fünf Jahren die 751 Abgeordneten des Europäischen Parlaments in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten gewählt. Dabei stehen Deutschland als bevölkerungsreichstes EU-Land 96 Sitze zu. Eine Sperrklausel, wie etwa die „Fünf-Prozent-Hürde“, gibt es nicht, somit können grundsätzlich alle Kandidaten, für deren Partei ausreichend Stimmen abgegeben wurden, gewählt werden.

Den „Bundestag“ Europas gibt es schon seit der ersten parlamentarischen Versammlung der EGKS (Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl) 1952, seit 1979 wird er direkt von den Bürgern gewählt. Die Wähler verfügen dabei über jeweils eine Stimme mit der sie sich für die Wahl einer Landes- oder Bundesliste einer Partei entscheiden können, die in das Europaparlament einziehen soll. Zur Wahl stehen generell alle deutschen Parteien, die bei der Europawahl 2014 antreten, das sind insgesamt 25. Aus deutscher Sicht sind momentan die CDU/CSU als stärkste Partei mit 42 Sitzen, die SPD als zweitstärkste mit 23 Sitzen, die FDP, die Grünen und die Linke im Europaparlament vertreten. Nach der Wahl formieren sich die über 160 national gewählten Parteien zu insgesamt sieben europaweiten Fraktionen mit gemeinsamen Zielen und Forderungen. Dabei bildet die EVP (Europäische Volkspartei) mit 274 Sitzen im Europaparlament die stärkste Allianz. Sie setzt sich aus Christdemokraten und konservativen Parteien, wie etwa die CDU/CSU, zusammen. Danach folgt mit 196 Abgeordneten die S&D (Sozialdemokraten), der sich die SPD anschließt. Außerdem gibt es noch eine liberale, eine grüne, eine sozialistische, eine konservative und eine rechtspopulistische Fraktion. Letzterer (EFD) gehört unter anderem die britische Partei „UKIP“ an, deren Hauptziel der Austritt des Vereinigten Königreiches aus der Europäischen Union ist. Mit immerhin acht Europaabgeordneten und einem umstrittenen politischen Programm, das die Streichung staatlicher Finanzierung von Klimaschutz oder die Ablehnung von Multikulturalismus und die „Abschaffung politischer Korrektheit“ beinhaltet, sorgt die EU-skeptische Partei immer wieder für Diskussionen.

Seit dem am 1. Dezember 2009 verabschiedeten Vertrag von Lissabon stehen dem Europarlament mehr Rechte und mehr Macht in der Europapolitik zu. Dieses Jahr wird beispielsweise der von den europäischen Staats- und Regierungschefs vorgeschlagene EU-Kommissionspräsident (quasi der „Bundeskanzler“ der EU) zum ersten Mal direkt vom EU-Parlament gewählt. Somit haben wir Bürger indirekt auch mehr Einfluss auf die Wahl des Präsidenten, indem die von uns gewählten Repräsentanten für uns stimmen können. Auch ist das EU-Parlament nun gleichwertiger Gesetzgeber neben dem Rat der Europäischen Union. Dadurch hat das einzige, direkt gewählte EU-Organ mehr Einfluss auf wichtige Entscheidungen in den Bereichen Umweltschutz, Bankenaufsicht, soziale Mindeststandards, Verbraucherschutz oder Lebensmittelsicherheit, und das Interesse der EU-Bürger bei politischen Beschlüssen bekommt mehr Gewicht.

„But first, let me take a selfie!“

Der klassische "Selfie"
Der klassische „Selfie“

Duckface, hochgezogene Augenbrauen und ein arroganter Blick in die Kamera – fertig ist der perfekte „Selfie“, der digitale Schnappschuss von sich selbst. Ob man ihn nun auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder der Foto-App Instagram postet oder den Freunden und Bekannten in What’s App oder Snapchat sendet – Fakt ist: Das ständige Fotografien und Darstellen von sich selbst (im Internet) ist in den letzten Jahren zu einem enormen Trend, fast schon zur sozialen Verpflichtung geworden. Sogar wenn man den Begriff „Selfie“ in google eingibt, erscheinen zahlreiche Fotos von Menschen, die sich in den kuriosesten Positionen im Spiegel fotografieren. Seht her, ich bin hübsch, schlank, trainiert. Man möchte beweisen, dass man mit den anderen mithalten kann oder gar besser ist. Man möchte zeigen, dass man sich auch neue Nikes und Urlaub auf Ibiza leisten kann. Man will, dass die anderen sehen, wie viel Spaß man auf einer guten Party hat. Woher kommt dieser plötzliche „Selfie-Hype“, die Suche nach Aufmerksamkeit und die Gier nach Likes? Früher ging’s doch auch ohne, oder? Wahrscheinlich ist es einfach eine Entwicklung in unserer modernen und technologisierten Gesellschaft. Eine Bewegung, die vom Wunsch, wahrgenommen zu werden, und durch den Fortschritt der Technik mit Internet und Smartphones, angetrieben wird.

Mittlerweile ist das wohl mainstream, ein Gruppenzwang. Ich mach’s, weils die anderen auch machen. Ich muss es machen, weil es die anderen machen. Ich will doch auch so sein, wie die anderen, oder? Zumindest will ich dabei sein. Doch was, welche Person, steckt hinter diesen Bildern? Ist das Mädchen auf dem Foto wirklich die selbstbewusste, strahlende Schönheit, die sie mir versucht zu verkaufen oder ist sie in Wirklichkeit schüchtern und unsicher? Hat man tatsächlich Spaß mit seinen Freunden, so wie es auf den Bildern aussieht, oder ist alles nur gestellt?

Wie viel „Selfie“ ist gesund? Viele Menschen übertreiben es mit den Bildern, die sie ins Netz stellen und würden alles dafür tun, um die Anzahl der Likes zu erhöhen. Ich denke, Fotos zu machen und sie im Internet mit anderen zu teilen ist nicht schlecht, es kann sogar sehr gut sein. Wenn man jedoch andauernd alles und überall fotografiert und hochlädt, fängt es an zu nerven. Sich falsch präsentieren, verstellen und angeben – ist das, wie wir sein möchten? Anerkennung und Respekt bekommt man nicht durch schöne Fotos und viele Likes im Internet, sondern indem man einen schönen, natürlichen Charakter zeigt.

Moosburger Murmeltiere startklar

Rallye-Team sammelt Spenden für Kinderheim in Albanien

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Im Rahmen der „9. Allgäu-Orient-Rallye“, die in knapp vier Wochen in Oberstaufen startet, wollen die Moosburger „Murmeltiere“ Spenden für ein Kinderheim in Albanien transportieren. Dabei handelt es sich vorwiegend um Decken, Kleidung und Schuhe für Schulkinder.

„Sechs Narrische – ein Gedanke. Wir fahren mit drei schrottreifen Karren aus Moosburg durch die Wüste bis nach Jordanien. Keine Autobahn, kein GPS, aber den Plan, ein Kamel zu gewinnen!“, so stellen die sechs jungen Leute, die sich „Murmeltiere“ nennen, ihr Projekt vor. Gemeinsam werden sie am 3. Mai 2014 bei der 9. Allgäu-Orient-Rallye starten. Ganz spontan entschloss sich die Gruppe um Thomas Schmidbauer vergangenen Sommer bei der Wüstenrallye mitzumachen. Schließlich wurden sie als eines der insgesamt 111 Teams für das international bekannte Event gemeldet und dürfen mit Nummer 18 an den Start gehen. In den letzten Monaten rüsteten sich die „Murmeltiere“ für ihr Abenteuer: Die drei Autos, mit denen sie die 7000-Kilometer-Strecke bewältigen wollen, bekamen alle einen einheitlichen Anstrich in Blau-Weiß und wurden nach ihrem Erstbesitzer getauft, sodass die Truppe nun – einen Monat bevor es losgeht – fast abfahrbereit ist. Thomas Schmidbauer und Dirk Lösing werden mit „Heinz-Dieter“, einem Opel Omega, Benedikt Beibl und Kilian Linz mit „Rita“, einem Audi A6, und Markus Brandl sowie Heike Graphentin mit „Madlene“, einem VW Passat, fahren. Nach einem ersten, offiziellen Treffen mit den anderen Startteams in Oberstaufen, haben die „Murmeltiere“ schon einige Pläne für die Rallye: „Mit einem Schweizer Team haben wir vereinbart, in der Wüste zusammen ein Käsefondue zu machen“. Eine andere, lustige Truppe, die den sechs in Erinnerung blieb, waren die „Sandmänner“ aus Ulm, die an der Rallye mit drei alten Feuerwehrautos teilnehmen werden.

Bei der Rallye gilt es, einige Regeln einzuhalten. So werden etwa nur Autos zugelassen, die mindestens 20 Jahre alt sind oder Fahrzeuge, die nicht mehr als 1111,11 Euro wert sind. Autobahnen, Fähren und Navis dürfen nicht benutzt werden. Außerdem sollen die Übernachtungskosten nicht mehr als 11,11 Euro betragen. Pro Tag müssen mindestens 555 Kilometer gefahren werden – 666 Kilometer dürfen jedoch nicht überschritten werden. Die Rallye wird durch den Balkan, Griechenland, die Türkei, Israel, Zypern und schließlich Jordanien führen.

Beim großen Zwischenstopp in der Türkei sowie in Tokat und Ordu sind mehrere Autorennen geplant, beispielsweise auf der Grand Prix-Strecke in Istanbul. Außerdem müssen die Teams einige Wertungsprüfungen durchlaufen, in Jordanien soll jedes Team zum Beispiel einen „Wunschstein“ für eine neu errichtete „Wish-Wall“, eine Art ökumenische Klagemauer, mitbringen. Die „Murmeltiere“ haben sich darauf schon vorbereitet und einen Stein mit dem Motto: „Murmeltiergruppe, Team 18 – for Love and Peace -“ verziert.

Zum Abschluss steht dann die finale Wüsten-Challenge in Jordanien an, bei der die Kandidaten zwei Tage lang auf sich alleine gestellt sind. Dort wollen die „Murmeltiere“ unter anderem einmal ausprobieren, Golf zu spielen. Allerdings stehen Völkerverständigung und humanitäre Zwecke im Vordergrund der Rallye. Am Ziel in Amman werden die alten Gebrauchtwagen für karitative Zwecke gespendet, zusätzlich unterstützen viele Fahrerteams auch noch andere Hilfsprojekte. Die „Murmeltiere“ nehmen dabei einen Umweg auf sich, um Hilfsgüter nach Albanien in ein Kinderheim der Jürgen Wahn-Stiftung zu bringen. Was die Kinder am meisten brauchen sind vorwiegend alltägliche Sachen wie Bettwäsche, Decken, Kleidung, Schuhe, Spielzeug, aber auch Rollstühle. „Wir freuen uns über über jede Spende und versprechen, alles persönlich zu übergeben“, versichern die „Murmeltiere“. Um die Spenden einzusammeln, veranstaltet das Rallye-Team am Samstag, den 5. April, eine Party im Jugendhaus in Moosburg, bei der unter anderem die Bands „Apollon’s Smile“ und „Scorefor“ auftreten werden. Die Feier beginnt um 18 Uhr, für Essen und Trinken ist gesorgt. Außerdem bieten die „Murmeltiere“ einen Rallye-Taxi-Fahrservice an, mit den originalen, blau-weißen Autos der Allgäu-Orient-Rallye, sodass jeder für einen kleinen Preis nach Hause gebracht werden kann.

Die Gruppe ist gespannt, was auf sie zukommen wird. Land und Leute im Orient kennenzulernen, wird in jedem Fall ein großes Erlebnis. Sollten sie die Rallye gewinnen, bekommen sie ein lebendes Kamel als Hauptpreis. Doch den sechs jungen Moosburgern geht es bei der Sache eher um den „Spaß an der Freud“ und ein Hilfsprojekt zu unterstützen, als zu gewinnen.

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Generation Smartphone

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Das Handy – ein Ding, das sich nicht mehr wegdenken lässt aus unserer heutigen Gesellschaft. Das erste, was die meisten von uns am Morgen machen, bevor sie aufstehen, ist der Blick auf’s Handy. Erstmal What’s App und Facebook abchecken und schauen, welche Neuigkeiten wir sonst so über Nacht verpasst haben: Das Super-Bowl Ergebnis, jegliche Biervideos oder Schlagzeilen um den Hoeneß-Prozess. Vor allem nichts verpassen und ständig erreichbar sein – das ist mit der Einführung von Handys bzw. Smartphones wichtiger geworden. Vielen fällt es schwer, das kleine, viereckige Ding mal für längere Zeit aus der Hand zu legen – mich nicht ausgenommen. Denn was kann man nicht alles machen mit diesem praktischen, handlichen Gerät: Chatten, Mails schreiben, Musik hören, spielen, Nachrichten lesen, Videos oder gar ganze Filme anschauen, Fotos machen, und natürlich – ganz vergessen – telefonieren! Unzählige Apps wie What’s App, Facebook, Twitter, Instagram, Spotify, YouTube, Quizduell, Google Translator, Spiegel Online oder Snapchat, versüßen einem den Alltag und machen alles so schön schneller und komfortabler. Deswegen der Name „Smart – Phone“, was soviel wie „schlaues Telefon“ bedeutet. Es kann viele Funktionen nach nur wenigen Berührungen ausführen.

Heutzutage haben neun von zehn Teenagern ein Handy. Laut einer Statistik der Internetseite Proteus Solutions, ist die Zahl der Mobilfunkanschlüsse in Deutschland von knapp 60 Millionen im Jahr 2002, auf insgesamt 110 Millionen im Jahr 2011 gestiegen. Das sind beachtliche Zahlen. Auch bevor wir ins Bett gehen und schlafen, ist meist unsere letzte Aktion des Tages mit dem Handy verbunden: Den Wecker stellen, unseren Freunden eine gute Nacht wünschen, ein letzter Blick auf Facebook…

Neue Art zu kommunizieren

Mit dem Smartphone, dem Internethandy, hat sich ein völlig neuer Weg der Kommunikation entwickelt. Dank Kurznachrichtendiensten wie What’s App kann man grenzenlos so viel schreiben, wie man will. Fotos, Videos, Sprachaufnahmen – alles kann man ganz unkompliziert mit seinen Freunden teilen. Alles geht viel schneller. Aber sparen wir dadurch wirklich Zeit? Oder vertrödeln wir jetzt gar mehr Zeit, weil wir noch viel mehr als vorher schreiben können?

Eines hat sich auf alle Fälle geändert: Die Hemmungen, sich mit anderen, fremden Leuten zu „unterhalten“, haben sich gelöst. Dank der Möglichkeit, über einen bloßen Bildschirm zu kommunizieren, kann man sich verstecken und so sein, wie man gerne sein würde, ohne dass man dem „Gesprächspartner“ dabei in die Augen schauen muss. So geht alles viel leichter und schneller. Dies kann gut für uns sein, weil wir nun die Möglichkeit haben mit einer viel größeren Anzahl an Personen gleichzeitig zu kommunizieren und sich Freundschaften schneller entwickeln können als vorher. Es kann aber auch dazu führen, dass man die Gefahr, die sich hinter diesem Weg der Kommunikation birgt, unterschätzt. Man wird leichtsinnig und tauscht Bilder mit wildfremden Personen aus ohne lang darüber nachzudenken, welche Auswirkungen diese Aktion – ein „Touch“ auf „Senden“ – haben könnte. Man erzählt mehr über sich, und überschreitet manchmal die „unsichtbare“ Grenze, weil es über den kleinen Apparat viel leichter ist, Dinge von sich preiszugeben und über Gefühle zu sprechen. Immer wieder passiert es darum auch, dass Nacktbilder von jungen Mädchen oder andere peinliche Fotos und Videos von Jugendlichen im Netz landen oder umhergeschickt werden, was rapide zu Mobbing und Ausgrenzung führt.

Wie nutzen wir dieses Ding – das Handy – also am besten? Wie kann man es sinnvoll nutzen, ohne zu übertreiben? Am besten ist es wohl, das Handy nur herzunehmen, wenn man es wirklich braucht. Aber wie kann ich mich dann davon abhalten, es länger als gewollt zu gebrauchen und irgendwelche überflüssigen Sachen zu machen? Ich denke, das geht nur, wenn man das Handy wirklich diszipliniert für ein paar Stunden weglegt, an einen Ort, an dem man es nicht mehr sieht. Dann kann man „ungestört“ etwas machen – zum Beispiel lernen oder lesen – und zu Ende bringen. Außerdem sollte man immer genau überlegen, was man wem schreibt oder schickt.

Das Handy also Fortschritt oder Risiko für uns? Ich denke beides. Auf der einen Seite sicherlich ein technischer Quantensprung, auf der anderen jedoch ein Zeitfresser und ein Ding, das uns manchmal manipuliert und verführt.

ADAC – das tut weh!

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Gelber Engel, Helfer in Not? Letzteres ja, Engel eher nicht. Dabei hatte der Tag doch wunderbar begonnen: Die Sonne schien und wir traten die Heimreise von einer schönen Skiwoche in der Schweiz an. Nach ein paar Stunden streikte dann jedoch unser guter, alter Espace auf der Autobahn. Auf dem Seitenstreifen halten, Warnblinklicht anschalten und Warndreieck aufstellen – eine ganz gewöhnliche Autopanne. Wir rufen sofort den ADAC-Abschleppdienst an und warten. Nach einer guten Dreiviertelstunde kommt dann auch endlich der „Retter in der Not“ und bringt uns zur nächsten ADAC-Werkstatt. Dort angekommen, erfuhren wir, dass wir nun zweieinhalb Stunden auf einen Pick-Up warten müssten, um nach Hause gebracht zu werden. Der Samstagnachmittag war natürlich im Eimer. Noch dazu kommt, dass dieses ganze Abenteuer ausgerechnet an einem Wochenende passiert, an dem ein Berg von Arbeiten, die ich noch erledigen muss, auf mich wartet. Schließlich werden wir um 19.30 Uhr abgeholt und fahren los, um 22 Uhr sind wir dann zu Hause angekommen.

Ich bin nicht nur frustriert über die Verspätungen, sondern auch enttäuscht von dem schlechten Service des ADAC und der Freundlichkeit, die sehr zu wünschen übrig lässt. Vor vier Jahren hatten wir mit unserem alten VW Polo schon einmal eine Panne, der ADAC kam sofort, das Team war super freundlich, engagiert, motiviert und kompetent. Wir bekamen sehr schnell einen Leihwagen, unser Auto wurde in der ADAC-Werkstatt repariert und wenige Tage später konnten wir es problemlos abholen. Keine Komplikationen. Vielleicht war das heute ja auch eine Ausnahme, enttäuscht bin ich trotzdem vom ADAC – da scheint sich wohl einiges geändert zu haben.

Dennoch bin ich dankbar, dass es den ADAC gibt und wir Mitglied sind, immerhin wurden wir abgeschleppt – ich möchte nicht wissen, wo wir jetzt ohne dieser Hilfe stecken würden.

Nachhaltigkeit – was können WIR ändern?

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Diesmal möchte ich nicht schreiben, sondern Antworten von euch hören. In letzter Zeit beschäftigt mich das Thema rund um Nachhaltigkeit sehr. Warum geht es uns in Deutschland so gut, dass wir täglich gutes Essen wegwerfen, während in anderen Ländern der Welt Millionen von Menschen hungern? Warum kommt unser ganzer Müll – illegaler Elektroschrott wie Kühlschränke, alte Fernseher, Computer oder Kopierer – nach Afrika? Jeden Tag brennt in Ghanas Hauptstadt Accra Elektroschrott aus der sogenannten Ersten Welt. Statt zur Schule zu gehen, sammeln dort kleine Kinder die letzten Reste von verbranntem Metall. Besonders begehrt sind Kupferdrähte, um sie für wenig Geld zu verkaufen – mit katastrophalen Folgen für ihre Gesundheit.

Mehr Informationen darüber auf: http://www.br.de/radio/b5-aktuell/sendungen/notizen-aus-aller-welt/afrikas-gefaehrlichster-muellplatz-notizen-aus-ghana-100.html

Nun lautet meine Frage an euch: Wie viel und was würdet ihr an eurem Lebensstil ändern, um einer gerechteren, einer faireren und besseren Welt ein Stück näher zu kommen? Wäret ihr beispielsweise bereit, teurere Lebensmittel oder Klamotten zu kaufen, die garantiert nachhaltig (z.B. Fair Trade) hergestellt wurden – anstatt sich das neueste Smartphone oder Auto anzuschaffen? Ich finde am meisten muss sich der einzelne Verbraucher umstellen, um eine Veränderung in Gang zu bringen. Doch leider sind die meisten von uns dafür noch viel zu bequem. Wir dürfen unsere Welt nicht mehr so ausbeuten, wie wir es momentan tun. Helft mit und tragt dazu bei eine freundlichere Atmosphäre zu gestalten, eine, in der ALLE berücksichtigt werden und man alles, was man der Erde nimmt, auch wieder an die Erde zurückgibt. Ich freue mich über eure Kommentare und Anregungen zu diesem Beitrag!

Generation G8 – vernachlässigte Versuchskaninchen

Zusammen mit meiner Freundin und Mitschülerin Eun-Ju habe ich aufgrund der aktuellen Meldungen über die mögliche Rückkehr des neunjährigen Gymnasiums (G9) mit Leistungskursen, lockereren Stundenplänen ohne Nachmittagsunterricht und weniger Stress, Abitur wahlweise in Mathematik ODER Deutsch, über unsere Unzufriedenheit gesprochen, die wir derzeit mit uns tragen.

Ganz ehrlich: Es ist super-toll, dass das G9 wieder im Gespräch ist, aber sogleich ist es ein bisschen zu spät für uns Schüler, die wahren Leidtragenden. Warum sieht man jetzt ein, dass das kompletter Unsinn war?

In den letzten 10 Jahren hat man vielen jungen Leuten die Jugend weggenommen. Denn egal ob man fleißig ist oder nicht, ob man seine Hausaufgaben macht oder nicht, ob man im Unterricht aufpasst oder nicht – man ist in der Schule eingeschlossen. Ich persönlich habe vier mal pro Woche Nachmittagsunterricht, meist bis 17 Uhr. Danach bin ich zu müde, um noch etwas Sinnvolles zu tun – nicht zu faul, zu müde!

Worin liegt das Problem?
Natürlich ist es schön und gut, so fokussiert auf Klausuren hin zu arbeiten, nichts gegen die Lehrer, die tun ja auch ihr Bestes. Aber bei dem Tempo bleibt leider der ein oder andere auf der Strecke. Mit Intensivierung ist nichts, weil der Stundenplan ohnehin schon zu voll ist.

Fakt ist: Wir werden zu Egoisten erzogen, die nur auf ihre Noten schauen. Jede(r) Einzelne von uns ist dabei, seine/ihre eigene Persönlichkeit zu verlieren. Was bringt der Druck, wenn man selbst irgendwann nicht mehr weiß, wer man ist, was man will? Tief in uns haben wir alle einen heimlichen Wunsch. Arzt, Ingenieur, irgendwas Cooles zu werden. Ob das mit den Noten, die wir aufgrund der genialen Bedingungen erzielen können, möglich ist, ist eine andere Frage.

Während nun eine andere Generation wieder mehr Glück hat als wir Versuchs-G8-ler, können wir nur darauf hoffen, im Rahmen unserer Möglichkeiten ein paar entlastende Maßnahmen treffen zu können. Da es für uns kein Zurück mehr gibt, kann man nur versuchen, die nächste Zeit ein bisschen lockerer zu gestalten. Danke bayerisches Schulsystem, danke liebe Politik.

Namaste INDIA – Eindrücke von einer faszinierenden Kultur

Elefantenritt in Delhi an meinem Geburtstag.
Elefantenritt in Delhi !

Nummer 102. Schwüle Hitze. 45 Grad. Über mir versucht der Ventilator sein bestes, um das Klima angenehm zu halten. Ich warte zusammen mit meiner indischen Gastmutter, unserem Driver und einem Youth For Understanding-Mitarbeiter im indischen „Immigration Office“ von Delhi, um mich als Ausländerin zu registrieren und Indien für die nächsten zehn Monate meine Heimat werden zu lassen. Gerade war Nummer 64 an der Reihe und es dauerte mindestens 10 Minuten, dass sich die Nummer änderte und der Nächste dran kam. Erdrückt von der schwülen Hitze der Megametropole und dem Lärm des Verkehrs, blieb mir also nichts anderes übrig als zu warten. Warten in einem Raum vollgefüllt mit Immigranten verschiedener Nationen: Afghanen, Pakistanern…darunter neben mir eine junge Frau, die von einer kleinen Insel im indischen Ozean nach Indien kam, um zu studieren. Schlechte Aussichten, dachte ich mir. Ich würde bestimmt noch Stunden hier sitzen müssen, um fertig zu sein, und den indischen Behörden zusehen, wie sie unzählige Papiere untersuchen und abstempeln. Doch mit einem Anruf meines in Delhi sehr einflussreichen Gastvaters änderte sich meine Situation. Ein Beamter brachte uns in ein Einzelzimmer mit Sofa, servierte uns einen warmen Chai, und innerhalb von zehn Minuten war die Sache geklärt. Ich war platt. Abends erzählte ich meiner indischen Betreuerin von dem Erlebnis und sie gab mir nur lässig die Antwort: „This is India, darling.“ Das also war einer meiner ersten Tage in diesem spannenden, mir bis dahin völlig fremden Land. Ich wurde aufgeklärt: Das ist Indien!

Zwei Kinder von meiner social work in Subathu (Shanti Niketan): Katreena & Ganga.
Zwei Kinder von meiner social work in Subathu (Shanti Niketan): Katreena & Ganga.

Mein Name ist Laura, ich bin 18 Jahre alt und habe im Rahmen des Austauschprogramms von YFU ein Schuljahr in Nordindien verbracht. Von Juli 2012 bis Mai 2013 habe ich in zwei indischen Gastfamilien (Vier Monate in Neu Delhi, Sechs Monate in Shimla) gelebt und die 11. und 12. Klasse einer indischen Schule besucht.

Die mir meistgestellte Frage lautet: Warum ausgerechnet Indien? Ja… Um ehrlich zu sein, weiß ich das bis heute selbst nicht so genau. In meinem Kopf sammelten sich damals viele Gedanken, die meine Lust, nach Indien zu reisen, erweckt haben. Zum einen war da dieses Bauchgefühl, dieses Kribbeln, das mir versprach, dass dort ein exotisches Abenteuer auf mich wartet. Zum anderen waren es die bunten Bilder, die ich mir ausmalte, wenn ich an Indien dachte. Kurz gesagt, ich wollte einfach hinaus in die Welt und etwas Spannendes, Einzigartiges und Faszinierendes erleben. Neue Eindrücke und Erfahrungen gewinnen, neue Menschen kennenlernen und eine fremde Kultur in ihrem innersten Kern entdecken. Indien war für mich ein Land, das sich von unserem Lebensalltag und unserer Gesellschaft völlig unterschied und eine Kultur, von der ich kaum etwas wusste. Ein stetig wachsendes Schwellenland, ein sogenannter Tigerstaat, der sich vom Entwicklungsland zum Industriestaat hocharbeitet. Was macht dieses Land aus? Wie funktioniert Bildung in Indien? Wie ist die Gesellschaft aufgebaut? Was sind die Probleme Indiens?

Mehndi oder Henna - eine Art Tattoo an Händen und Armen für besondere Anlässe wie zum Beispiel Hochzeiten.
Mehndi oder Henna – eine Art Tattoo an Händen und Armen für besondere Anlässe wie zum Beispiel Hochzeiten.

Der sogenannte Kulturschock hat mich immer wieder eingeholt. In Indien findet man kaum eine Gemeinsamkeit zu Deutschland. Angefangen mit der Sprache, der Schule, der Mentalität der Menschen, bis hin zu dem Chaos auf den indischen Straßen. Schon auf dem Weg zur Schule bekam ich die große Kluft zwischen arm und reich zu spüren. In Delhi wohnte ich in einem sehr reichen Viertel, wo sich Villen und große Häuser aneinander reihen und Grundstücke teuer und schwer zu erwerben sind. Doch auch genau das Gegenteil ist dort zu finden. Direkt gegenüber von unserem Haus erstreckte sich ein riesiger Slum, in dem sehr arme Menschen täglich ums Überleben kämpfen. Stellt euch also vor, wie ich an einem normalen Morgen mit unserem Driver und meinen zwei Gastgeschwistern im Auto sitze und zur Schule fahre. Im Radio läuft gerade der angesagte Song eines neuen Bollywoodfilms, Delhi erwacht. Raus aus dem Einfahrtstor, rein in das bunte Treiben! Wir fahren etwa 50 Meter und ich sehe zwischen Müllbergen und frei laufenden Kühen einige Menschen vor den Slums. Von Männern, die gerade an die Wand pinkeln oder sich die Zähne putzen bis hin zu kleinen Kindern, die mit Schuluniform und Schulranzen aus den Blechhütten hervor treten. Zwei Gegensätze, die aufeinander prallen: Meine reichen Gastgeschwister und ich im Auto auf dem Weg zur Schule und die vielen, armen Kinder vor den Slums. Weiter geht es durch den indischen Alltagsverkehr auf Delhis Straßen: Zwischen Kühen, Mopeds, Rickshas, Fahrrädern und Autos bahnt sich jeder seinen eigenen Weg durch das Chaos, und falls etwas den Durchgang blockiert, wird kräftig gehupt und schon wird eine Gasse frei. Man kann die vielen Sinneseinflüsse, die man auf indischen Straßen wahrnimmt, auf keinem noch so gutem Foto festhalten. All die Menschen verschiedener Religionen, Hautfarben oder Schichten, die dort aufeinander treffen. Die Geräusche der schreienden Obst- und Gemüseverkäufer am Straßenrand, die sich mit dem tobenden Verkehrslärm und fernen Gebetsgesängen von Tempeln mischen. Die Gerüche von Abgasen, stinkenden Tieren und Essensständen. Auf indischen Straßen passiert immer etwas.

Die Kinder von meiner social work in Shanti Niketan (Subathu).
Die Kinder von meiner social work in Shanti Niketan (Subathu).

Auch die Sprache stellte mich vor einige Herausforderungen in meinem Austauschjahr. Mit Hindi und Englisch als Amtssprachen, waren es gleich zwei Fremdsprachen, die ich gelernt habe. Der Unterricht in den Schulen findet in Englisch statt, in der Familie und unter Freunden wird Hindi gesprochen. Mit Englisch zu kommunizieren, stellte die wenigsten Probleme dar, weil sich die meisten Inder gut auf Englisch verständigen können. Hindi zu lernen war jedoch nicht leicht für mich. Ähnlich wie im Chinesischen hat auch Hindi ein anderes Alphabet und andere Schriftzeichen, als das normale „ABC“, das wir kennen. Somit fand ich mich in einem Buchstabensalat wieder, der für mich wie ein Urwald ohne Wegweiser war. In den Nachrichten, in der Zeitung, auf normalen Verkehrsschildern oder Werbeplakaten verstand ich kein Wort. Nach zwei Wochen hatte ich die Nase voll und mir war klar: Ich muss und will das können! Denn auch wenn meine Gastfamilie unter sich in Hindi sprach, verstand ich nur englische Schlüsselwörter oder einfache Begriffe, die ich schon beherrschte. Nach und nach habe ich mir das Hindi-Alphabet selbst beigebracht und irgendwann konnte ich zumindest lesen und schreiben.

Kleine Kulturschocks habe ich auch immer wieder mit der Mentalität der Menschen in Indien erlebt, die für uns Deutsche schwer nachzuvollziehen ist. Inder ticken völlig anders als wir. Sie sind sehr viel feinfühliger und sensibler und wissen genau, wie ihr Gegenüber sich fühlt. Ein Blick in die Augen genügt und sie haben dich durchschaut. Wir „Europäer/Westliche“ hingegen interessieren uns weniger, wie es unserem Gegenüber geht und kümmern uns mehr um uns selbst. Außerdem steht in Indien die Familie über allem, sie ist das A und O, der Mittelpunkt deines Lebens. Entscheidungen werden immer gemeinsam getroffen und wenn jemand Hilfe braucht, steht dir die ganze Familie zur Seite.

Familie - der Mittelpunkt des Lebens in Indien.
Familie – der Mittelpunkt des Lebens in Indien.

Ein schönes Beispiel: Im Dezember hatte ich mit meiner indischen Gastfamilie einen Autounfall in den Bergen. Zum Glück ist uns allen nichts Schlimmes passiert, nur das Auto hatte einen Totalschaden. Unsere Verwandten kamen sofort, um uns abzuholen und standen uns auch die Zeit danach rund um die Uhr bei. Wir bekamen drei Wochen lang täglichen Besuch von Verwandten, Bekannten, Kollegen, Freunden und Nachbarn, die sich erkundigten, wie es uns geht und Geschenke vorbei brachten. Unsere indischen Tanten halfen uns zu kochen, da meine Gastmutter sich ausruhen musste. Unsere Großtante bot uns an, dass wir eine Woche bei ihr im Haus wohnen können. Dieses Erlebnis hat mir gezeigt, wie sehr die indische Familie zusammenhält.

Das indische Schulsystem unterscheidet sich auch sehr von dem deutschen. 90 Prozent der Schüler besuchen englischsprachige Privatschulen, da diese qualitativ besser sind als staatliche Schulen. Das Lernen und Vermitteln des Stoffes besteht größtenteils aus Auswendiglernen und Frontalunterricht. Disziplin, Respekt und Ehrgeiz stehen an der Tagesordnung. Trotzdem war es oft viel lauter in meiner indischen Klasse als in meiner deutschen. An allen indischen Schulen gibt es Schuluniform. Das hat mir besonders gut gefallen und ich vermisse es hier in Deutschland. Durch die Schuluniform ist jeder Schüler gleich, egal welcher Religion oder Klasse man angehört. In der Schule fand ich schnell gute Freunde, alle waren stets sehr freundlich, hilfsbereit und offen zu mir. Die Schule ist neben der Familie der zweitgrößte Lebensschwerpunkt für Jugendliche in Indien, da sie in der Schule ihre Freunde treffen können und außerhalb der Schule nicht viele Möglichkeiten haben dies zu tun.

Mit meinen indischen Freundinnen :)
Mit meinen indischen Freundinnen Prabhleen, Japjeet und Hemlata.

Ich habe in diesen zehn Monaten in Indien unglaublich viele schöne Erfahrungen gesammelt, und auch, wenn es viele schwere Zeiten gab, muss ich sagen, dass ich genau an solchen Herausforderungen gewachsen bin. Der Abschied von Indien, von meiner indischen Familie, meinen Freunden, meiner Schule und allgemein der indischen Kultur mit all ihren vielfältigen Aspekten ist mir sehr schwer gefallen. Das Land hat mir eine wunderbare Zeit in meinem Leben gegeben. Ich kann es jedem nur empfehlen, sich zu trauen eine so außergewöhnliche Kultur, wie die indische, zu entdecken!

Hat es sich gelohnt ein Jahr ins Ausland zu gehen?

Ja, für mich hat es sich auf jeden Fall gelohnt ein Jahr ins Ausland zu gehen. Denn man verschwendet das Jahr nicht, man gewinnt eher ein Jahr an wunderbaren und einzigartigen Erfahrungen hinzu. Mein Austauschjahr hat mich sehr in meiner Persönlichkeitsentwicklung geprägt. Ich bin viel offener und selbstbewusster geworden, es fällt mir leichter als vorher mich auf neue Dinge einzulassen und zu vertrauen. Durch die vielen Herausforderungen, die ich in Indien gelernt habe zu meistern, bin ich auch viel selbstständiger und erwachsener geworden.

Für weiterführende Informationen über Indien und Austauschprogramme von YFU allgemein: www.yfu.de

Zusammen auf dem Gangotri-Trip in Uttarakhand mit den anderen Austauschschülern von YFU.
Zusammen auf dem Gangotri-Trip in Uttarakhand mit den anderen Austauschschülern von YFU.