Testen am Terminal

Die Bauarbeiten und der Probebetrieb am neuen Satellitenterminal des Flughafens laufen auf Hochtouren

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Die Aussicht vom neuen Satellitenterminal aus, das als bauliche Erweiterung auf dem Vorfeld östlich des Terminals 2 konzipiert wurde.

Am 26. April, in genau drei Monaten, ist es soweit: Dann wird der Flughafen München um ein sogenanntes „Midfield-Terminal“, den Satelliten, erweitert. Mit dem neuen Passagiergebäude wird Kapazität für weitere elf Millionen Fluggäste pro Jahr sowie mehr Qualität und erhöhter Komfort am Flughafen geschaffen. Ob es funktioniert, das sollten am Dienstag Probepassagiere testen.
Reges Treiben und Aufregung herrschten am Terminal 2 des Flughafen München: Zahlreiche Vertreter der Presse waren geladen, um den fünften Probebetriebsttag des neuen Satellitenterminals mit rund 100 externen Statisten zu beobachten. Als erstes „Midfield-Terminal“ an einem deutschen Flughafen verfügt der neue Satellit nämlich über keine öffentliche Anbindung. Die Passagiere checken im Terminal 2 ein und fahren nach der Passagier- und Handgepäckkontrolle mit einem unterirdischen Personentransportsystem in weniger als einer Minute zum Satellitengebäude.

Unterirdisches Personentransportsystem mit Tunnel bereits 1998 geplant und gebaut

Die beiden Bahnhöfe sowie der Tunnel hierfür wurden bereits bei der Errichtung des Terminals 2 im Rohbau erstellt, der 1998 geplant und 2003 in Betrieb genommen wurde. Als „goldrichtige“ Entscheidung bezeichnete Projektleiter Philipp Ahrens von der FMG diese frühzeitige Planung: „Aufgrund des niedrigen Grundwasserpegels und im Hinblick auf die Erweiterung des Flughafens profitieren wir nun davon, dass der Tunnel bereits vorhanden ist – ansonsten hätte man den ganzen Boden noch einmal aufreißen müssen.“
Auf der rund 400 Meter langen, zweispurigen Strecke werden insgesamt drei fahrerlose Züge mit jeweils vier Wagons eingesetzt, die mit einer Geschwindigkeit von rund 25 Stundenkilometern verkehren. Pro Stunde können bis zu 9000 Fluggäste je Richtung befördert werden.

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Noch ist viel zu tun, bis das neue Satellitenterminal zum 26. April eröffnet werden kann. In diesem Bereich sollen Shops und Restaurants errichtet werden.

Noch nicht mit den Zügen, aber mit Bussen ging es für die Statisten und Presseleute nach der Sicherheitseinweisung und der Verteilung von Warnwesten vom Terminal 2 zum Gebäude des Satelliten. Mit dem „Integrations-Probebetrieb“, bei dem bis Mitte März an insgesamt 20 Tagen die Prozesse für die Fluggastabfertigung mit rund 2800 „Probepassagieren“ simuliert werden, soll unter anderem getestet werden, ob sich die Gäste in dem neuen Gebäude gut zurechtfinden, ob Boarding- und Umsteigeprozesse in der vorhergesehenen Zeitspanne funktionieren und ob die Beschilderung für die nötige Orientierung sorgt. Die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb fließen dann in die Vorbereitung der Inbetriebnahme ein, sodass mögliche Schwachstellen bis zur Eröffnung korrigiert werden können. Auch für die Mitarbeiter ist das eine Art Generalprobe, um sich an den neuen Satelliten zu gewöhnen, bevor es am 26. April gilt, echte Passagiere zu bedienen.

Noch gibt es im Inneren des Satelliten viele kleine Baustellen. Es ist kein hundertprozentig fertig gestelltes Passagiergebäude: Die Durchsagen fehlen, ebenso Shops und Restaurants, und hier und da sieht man Bauarbeiter am Werk. Lediglich die Sicherheitskontrollen, Wege und Check-In-Gates für den Probebetrieb sind bereits zugänglich. In den verbleibenden Monaten laufen die Arbeiten deshalb auf vollen Touren. Einen kleinen Einblick konnte man hier aber bereits durch Werbeplakate gewinnen: So wird es im neuen Satelliten etwa ein Veggie-Restaurant und ein „Hans im Glück“-Lokal geben.

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Probebetrieb am Sicherheitscheck des neuen Satelliten: Hier wurde getestet, wie viel Zeit für die Handgepäckkontrolle gebraucht wird.

Im ersten Szenario kamen 45 Passagiere mit einem Lufthansa-Flugzeug aus Istanbul an. Alle hatten einen Weiterflug nach Chiacgo vom Gate L23, wofür die Statisten echte Flugtickets bekamen und den Weg anhand der Schilder selbst finden sollten. Testaufgabe war hier, die Sicherheitskontrolle zu passieren, da die Passagiere aus einem Land kamen, das nicht dem Schengen-Raum angehört. Bei diesem Sicherheitscheck wurde ein Körperscanner getestet, in den man sich etwa drei Sekunden stellen muss, um auf verbotene Gegenstände untersucht zu werden.

Zudem mussten die „Fluggäste“ durch eine Sonderkontrolle, der Passagiere auf USA-Flügen unterzogen werden, bevor das „Boarding“ durchgespielt wurde. Hierbei lief außer zeitlichen Verzögerungen und plötzlich auftauchenden herrenlosen Koffern alles nach Plan.

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Beim Boarding am Gate wurde das Ticket wie im echten Flugbetrieb geprüft, bevor die Probepassagiere zum Flugzeug gehen durften. 

Im dritten Szenario kamen die Probepassagiere aus Timisoara an, um nach Boston vom Gate L24/26 weiterzufliegen. Testaufgaben waren hier der Einsatz von Zoll-Drogenhunden und die Passkontrolle. Dabei fanden sich einige Statisten mit der Beschilderung nicht ganz zurecht, gelangten jedoch ans Ziel. Die Verantwortlichen zogen daraus die Erkenntnis, dass die visuelle Kommunikation verbessert werden muss.

Kapazität erhöht sich durch Satellitenterminal nun auf 36 Millionen Fluggäste pro Jahr

FMG und Lufthansa, die den Satelliten wie schon das Terminal 2 als Joint Venture im Verhältnis 60 zu 40 gemeinsam betreiben, reagieren mit dem Ausbauvorhaben auf das dynamische Passagierwachstum am Münchner Airport. Mit 26,9 Millionen Fluggästen im Jahr 2014 hat das Terminal 2 seine rechnerische Auslastungsgrenze von 25 Millionen schon zum vierten Mal in Folge überschritten. Mit einem der „modernsten Flughafengebäude weltweit“ erhöht sich die Kapazität nun um weitere elf Millionen auf insgesamt 36 Millionen Passagiere. Der stangenförmige Satellit wird auf drei Ebenen über insgesamt 52 Gates verfügen. Mit den 27 direkt am Satelliten gelegenen Flugzeugabstellpositionen wird die Anzahl der gebäudenahen Positionen im Bereich des Terminals 2 gegenüber dem heutigen Stand von 24 mehr als verdoppelt, wodurch die sogenannten „Remote-Boardings“ über Bustransfer reduziert werden. „Damit wollen wir die Qualität verbesseren und die Reise für die Passagiere angehmer machen sowie das zweite Standbein neben Frankfurt weiter ausbauen“, erläuterte Projektleiter Matthias Stein von Lufthansa.
Die Gesamtkosten für den neuen Satelliten, die Erweiterung der Gepäckanlage und die Ausbaumaßnahmen auf den Vorfeldern und Rollwegen belaufen sich auf rund 900 Millionen Euro.

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Das elektronische Flugticket, das die Probepassagiere fürs „Boarding“ bekamen.

Adan und Toufik erzählen ihre Geschichte

Grüne Jugend Freising gibt der anonymen Flüchtlingsmasse ein Gesicht

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Die Grüne Jugend Freising organisierte den Vortrag „Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“ (v. l.): Reinhard von Wittken, Leon Eckert, Tim Pfeilschifter, Toufik und Adan, Verena Kuch sowie Jugendreferent Johannes Becher.

„Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein“ – das sagte Goethe einmal. Ein passend gewähltes Motto für den Vortrag zweier Menschen, die darüber berichten, warum und wie sie geflohen sind – weil sie einfach „Mensch sein wollen“, so wie jeder andere auch. Viele Interessierte aus allen Altersgruppen waren am Mittwochabend ins Kardinal-Döpfner-Haus gekommen, um bei der Veranstaltung der Grünen Jugend den Geschichten von Adan und Toufik zu lauschen und einen Einblick in deren Leben zu erhalten.
Jugendreferent und Bezirksrat Johannes Becher, der als Moderator durch den Abend führte, begrüßte die Zuhörer und übergab schließlich das Wort an Adan aus Somalia, der mit viel Mut und Gefühl anfing, die Geschichte seiner Flucht auf Deutsch zu erzählen. Der 19-Jährige lacht, wirkt sympathisch und wünscht den Zuhörern „einen schönen Abend“. Der mit acht Geschwistern in einem kleinen Dorf in Somalia aufgewachsene Adan floh aus seiner Heimat, als dort die Terrorgruppe Al-Shabaab, ein regionaler Ableger der al-Quaida, anfing, alle jungen Männer zu Soldaten zu machen. Nach zwei Jahren in Äthiopien, dem Heimatland seiner Mutter, wo er auch die Schule und sein Abitur absolvierte, wurde er jedoch von der Polizei festgenommen und wieder zurück nach Somalia geschickt, im Verdacht er gehöre – als Somalier – der Al-Shabaab an.
Weil er dort nicht bleiben wollte, fand er zusammen mit seinem Bruder einen Schleuser, der sie über den Sudan nach Libyen bringen sollte. Allerdings hatten die beiden keinen Schimmer, was sie bei dieser Reise erwarten würde. Nach hunderten Kilometern in einem Lkw mit 120 Personen, wurden sie in ein Lager gebracht, in dem ihnen mitgeteilt wurde, dass sie für die weitere Reise in die Wüste 5000 Dollar bezahlen müssen. Adan und sein Bruder hatten kein Geld, sie wollten zurück. „Aber das ging nicht“, erklärt Adan. „Es gab zwei Straßen: Die eine war der Tod, die andere Hierbleiben.“

Adan: „Das Wasser war mit Benzin versetzt“

Also wurden sie in die Wüste gebracht, wo sie mit 300 Anderen darauf warteten, Geld von ihrer Mutter zu bekommen. Fünf Monate lang dauerte es, bis diese das Haus verkauft hatte und das Geld an die Schleuser gelang. Während dieser Zeit bekamen Adan und die anderen nur wenig Essen. Das Wasser wurde mit Benzin versetzt, wodurch die Beine gelähmt werden, damit niemand weglaufen konnte. Den Flüchtlingen war es außerdem untersagt, miteinander zu sprechen. Viele sind in dieser Zeit gestorben, auch sein Bruder, erzählt Adan.
Mit 13 anderen ist er schließlich nach Tripolis, in die Hauptstadt Libyens, gekommen. Da dort zu der Zeit auch Krieg herrschte, wollte Adan weiter nach Europa. Für 1600 Dollar sollte es in einem Plastikboot mit 120 Leuten nach Lampedusa gehen. Auf der Fahrt bekam dieses Löcher und Wasser gelangte ins Boot. „Ich dachte, anstatt nach Europa, komme ich eher nach unten“, schilderte Adan die Erlebnisse. Nach acht Stunden wurden sie von italienischen Rettungskräften gerettet. In Neapel angekommen, mussten alle ihre Fingerabdrücke abgeben, um Essen zu bekommen. Adan war zunächst misstrauisch und wollte dies nicht tun, wegen des großen Hungers gab er aber nach und ließ sich registrieren.
Schließlich wurde ihm von den Behörden mitgeteilt, dass er nach Mitteleuropa weiterreisen könne. Für 700 Euro ging es mit einem Reisebus nach Deutschland und in die Bayernkaserne. „Die Polizei in München war sehr nett“, erzählt Adan. Mit Freunden kam er im November 2014 nach Moosburg, wo er bis heute wohnt. Viele haben ihm geholfen, Deutsch zu lernen und ihn zu integrieren, erzählt er. Mittlerweile besucht er die Berufsschule Freising und sein Traum ist es, einmal Medizin zu studieren. Beim TSV Moosburg in der Neustadt trainiert Adan außerdem die F-Jugend voller Lebensfreude und ist der „Liebling der Bambini“, wie Becher berichtet. Über seine dreijährige Flucht sagt Adan schließlich: „Ich möchte nicht zurückschauen, ich will nach vorne blicken“ und bedankt sich bei den Zuhörern für das Interesse an seiner Geschichte.

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Die Route der verschiedenen Länder, durch die Adan (rot) und Toufik (blau) geflohen sind.

Anders, aber ebenso gefährlich, war die Flucht für den 25-jährigen Toufik aus Syrien. „Niemand hat mit einem Krieg gerechnet“, fängt er an. Am Anfang gab es immer noch Hoffnung, viele wohnten in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden. „Doch mit jedem Jahr wurde es schlimmer.“ Bis der Krieg nicht nur die Städte, sondern auch die Dörfer erreichte und alles kaputt war, wie beispielsweise die Universität, an der Toufik und seine Frau Krankenpflege studierten.

Toufik: „Ich wollte nicht auf Menschen schießen“

Weil auch er nicht zum Militär und in den Krieg wollte, entschloss er sich, nach Europa zu fliehen, ohne einen Plan, ohne einer Idee, was ihn dort erwarten würde. Seine Frau und seinen Sohn ließ er wegen des Risikos zurück, in der Hoffnung, er könne sie nachholen. In die Türkei war es noch relativ einfach mit einem Pass einzureisen, berichtet Toufik. Der erste Versuch, nach Griechenland über Land per Lastwagen zu kommen, scheiterte aber. Von der Polizei wurden sie mit verbundenen Händen auf einem Boot zurückgeschickt: „Im Wasser hätten wir nicht schwimmen können und wären ertrunken.“
Der zweite Versuch übers Meer klappte schließlich. Nach zwei Monaten in Griechenland ging es über Mazedonien und Serbien mit wenig Essen und Trinken zu Fuß in die Berge, wo sie von Schleusern abgeholt hätten werden sollen. Statt den von den Schleusern angekündigten neun Stunden brauchte die Gruppe um Toufik dafür aber fünf Tage und wegen des andauernden Regens machten sie erst einmal Pause in einem kleinen Haus in den Bergen – die Schleuser und das Geld waren weg. Auf dem Weg zu Fuß per GPS nach Ungarn wurden sie von der serbischen Polizei festgenommen und durften gegen 50 Euro pro Person weitergehen. In Budapest wurde Toufik schließlich als Asylbewerber registriert – es hieß: Fingerabdruck abgeben oder den ganzen Weg wieder zurück. Für 400 Euro pro Person wurden sie dann mit dem Auto bis in ein Dorf bei Passau gebracht und mitten in der Nacht um 2 Uhr rausgeschmissen: „Jetzt seid ihr in Deutschland.“
Weiter ging es nach München und ebenfalls in die Bayernkaserne, bis Toufik nach eineinhalb Monaten auch nach Moosburg kam. Mittlerweile sind seine Frau und sein Sohn nach Deutschland nachgekommen, die er über ein Jahr lang nicht gesehen hatte. Die beiden wurden in Rostock registriert, ihre Asylanträge bereits nach zwei Monaten anerkannt, worauf Toufik nach einem Jahr bislang wartet. Bald kann er aber immerhin wieder mit seiner Familie zusammen leben. Zuerst möchte er noch besser Deutsch lernen, dann will er eine Ausbildung als Krankenpfleger machen. Auf die Frage, ob er wieder zurück in seine Heimat gehen würde, wenn der Krieg vorbei ist, antwortete er: „Ja, es ist meine Heimat und wir, die jungen Leute, müssen das Land wieder aufbauen.“ Johannes Becher bedankte sich zum Schluss bei den beiden für die mutigen Vorträge über ihre Flucht. Adan brachte das Fazit des Abends auf den Punkt: „Gemeinsam sind wir stark.“

Der Anfang einer Erinnerungsstätte

Stalag-Museum Moosburg wird als „rudimentäres“ Informationszentrum im nächsten Jahr eröffnet

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Die lang aufgeschobene Eröffnung des Stalag-Museums im Visier: Martin Pschorr (l.) und Horst Marschoun mit Blick auf das Modell der Neustadt zur Nutzung der Baracken des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers.

Lange wurde diskutiert, nachgedacht, geplant. Ein Gremium wurde gegründet, das sich aufgrund von Unstimmigkeiten wieder auflöste. Das Haus der Heimat wurde um einen Anbau erweitert. Doch alles was fehlte, war das Museum. Schließlich nahm sich der damalige zweite Bürgermeister Martin Pschorr (SPD) der Sache an, um das Projekt zur Aufarbeitung und Dokumentation des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers anzupacken. Nun soll es im Laufe des nächsten Jahres als „bescheidene“ Informationsstätte eröffnet werden.
Eigentlich steht das Meiste schon da: Ein alter Schrank von Wachsoldaten im Stalag, ein Tisch mit Sitzbänken und ein Ofen aus dem Lager, das Modell zur Nutzung der alten Baracken in der Neustadt, unzählige historische Dokumente aus der Zeit während und nach dem Kriegsgefangenenlager, in Glasvitrinen gesammelte Gebrauchsgegenstände sowie alte Möbel der Heimatvertriebenen. All diese Sachen haben sich in den vergangenen Jahren im Anbau im Haus der Heimat an der Hodschager Straße angesammelt. Nun fehlt es lediglich noch an der Umsetzung: Der Raum muss möbliert, die Dinge an ihren richtigen Platz gestellt und Bilder sowie Informationstafeln an den Wänden angebracht werden.

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In diesem Raum soll das Stalag-Museum entstehen: Ein Schrank und ein Tisch aus dem ehemaligen Kriegsgefangenenlager stehen schon bereit.

Nachdem man jahrelang zu keinen Konsens in der Frage um das Stalag-Museum gekommen war und momentan schlichtweg die Finanzierung für ein größeres Projekt fehlt, soll nun wenigstens ein „rudimentärer“ Grundstein gelegt werden. Martin Pschorr nimmt das Wort „Museum“ dabei immer vorsichtig in den Mund und betont, dass „das Stalag-Museum vorerst als Informationsstätte dienen wird“ und den Erwartungen eines Museums eigentlich nicht entspreche. Als bescheiden beschreibt er die Ausstattung und Einrichtung, allerdings sei es nun erst einmal wichtig, anzufangen und das Projekt endlich in Angriff zu nehmen.
Eine Konkurrenz zum Heimatmuseum am Kastulusplatz, wo sich auch viele historische Gegenstände des Stalags befinden, will man auf keinen Fall darstellen, unterstreicht er. Das Museum soll mehr eine Erinnerungsstätte sein, wie Horst Marschoun, fleißiger Sammler und ehrenamtlicher Mithelfer beim Aufbau des Projekts, es bezeichnet. Ein Ort, der die Geschichte des Kriegsgefangenlagers in seinen drei Phasen vertiefen und aufarbeiten soll. Außerdem soll dokumentiert werden, wie die Neustadt sich nach der Auflösung des Lagers entwickelt hat und zur neuen Heimat der Vertriebenen sowie zum Zentrum vieler Unternehmen geworden ist. Das Haus der Heimat bietet deshalb auch eine sehr passende Lokalität, um die Zeit des Kriegsgefangenenlagers zu dokumentieren – steht der zukünftigen „Stalag-Erinnerungsstätte“ doch das Museum der Heimatvertriebenen gegenüber, was im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Lager steht, dessen freie Baracken nach 1947 bis zu 2400 Vertriebene bewohnt haben.
Das Stalag-Museum soll ein Ort werden, an dem sich Interessierte über die Geschehnisse im Kriegsgefangenenlager informieren können. Angedacht ist dabei auch, ein Mediensystem mit Beamer und Leinwand in einem Teilbereich des Raumes zu installieren, wo der etwa einstündige Stalag-Film, der von den drei Teilen des Lagers erzählt, gezeigt wird. Auch für Schulklassen eigne sich die Informationsstätte gut, meint Pschorr. Denkbar wären beispielsweise Vorträge oder Veranstaltungen von Schülern, die sich mit dem Thema Stalag auseinandergesetzt haben, wie etwa die P- oder W-Seminare am Gymnasium.
Mut zur Lücke müssen die Ehrenamtlichen um Martin Pschorr nun allemal zeigen, um mit geringen Mitteln den Anfang einer würdevollen Erinnerungsstätte zu bilden. Was später noch einmal daraus werden könnte, bleibt offen. „Das Stalag-Museum ist sicherlich kompatibel mit anderen Vorstellungen in der Zukunft“, äußerte Pschorr. Ziel ist nun zunächst einmal, das lang vor sich hin schlummernde Projekt zu verwirklichen. Die Eröffnung ist dann für das erste Drittel des nächsten Jahres geplant – eins der ersten Dinge, auf die man 2016 gespannt sein darf.

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Viele Möbel und historische Gegenstände aus der Zeit während und nach dem Stalag-Lager haben sich im Laufe der Jahre in den Räumen angesammelt.

Viele Unterschiede – eine Mannschaft

In der Fußball-Inklusionsmannschaft des SC Freising kicken Kinder mit und ohne Handicap

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Spaß, Bewegung und der Ausgleich zum Alltag stehen im Vordergrund des Trainings der Inklusionsmannschaft vom SC Freising.

Dass Inklusion im Sport und Alltag herausfordernd ist, wissen viele Eltern von Kindern mit Behinderung. Dass sie erfolgreich funktionieren kann, beweist das Training der Inklusionsmannschaft des SC Freising: Kinder mit und ohne Handicap spielen dort jeden Dienstagabend eine Stunde miteinander, toben sich aus und haben Spaß.
Eine lockere Stimmung herrscht hier. Elf Kinder, genau eine Fußballmannschaft, tummeln sich in der Turnhalle der Mittelschule Lerchenfeld und wärmen sich bei einem Kreisspiel auf. Alle sind sie unterschiedlich, aus verschiedenen Nationen, verschiedenen Schulen, groß und klein, mit und ohne Handicap. Und doch sind sie alle gleich, haben etwas gemeinsam: die Freude am Spielen und am Sport, den Drang, sich zu bewegen und auszutoben. Das bedeutet Inklusion: Alle Menschen, egal wie unterschiedlich sie sind, in eine Gemeinschaft zusammenzuführen und einzubeziehen. Genau das spiegelt sich auch in der Mannschaft wieder: Die „normalen“ Kinder, wie sie Jugendleiterin Mechthild Hamberger nennt, binden die Jungen und Mädchen mit Handicap ein, gehen auf sie zu und nehmen Rücksicht – als wäre es ganz normal. Als Handicap gilt dabei alles, was man selber als Handicap empfindet, erläutert die 53-Jährige: „Das können Verhaltensauffälligkeiten genauso wie psychische Störungen oder Kinder mit Down-Syndrom sein.“
Den Kindern macht das Training sehr großen Spaß: Viele aus der E- oder F-Jugend des SC Freising schließen sich der Inklusionsmannschaft an, um noch mehr spielen zu können – vor allem im Winter, wenn das normale Training aufgrund der Hallensituation begrenzt ist. Die zwölfjährigen Zwillinge Vincent und Tristan (beide mit Handicap), die auch in der Basketball-Inklusionsmannschaft von Mechthild Hamberger trainieren, sind „total“ begeistert von der Mannschaft und „wollen unbedingt weiterspielen“.
„Es ist spannend zu sehen, wie sehr sich die Kinder schon entwickelt haben, wie sensibel sie durch das Training geworden sind und sich an die anderen mit Handicap anpassen“, bemerkt auch der 19-jährige Michael Frank, der gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) bei der Lebenshilfe macht und das Training der Inklusionsmannschaft unterstützt. Überhaupt braucht es viele Augen und Hände, um solch ein Projekt durchzuführen. Neben Michael stehen Mechthild Hamberger im Training die Betreuerin Ursula Elsinger und gegebenenfalls Eltern zur Seite. Denn es ist gefährlich, die rund acht bis neun Kinder mit Handicap aus den Augen zu lassen: Kaum verheddert sich einer im Tornetz, da ist Hamberger schon wieder am Laufen.

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Im Fußballtraining der Inklusionsmannschaft findet sich eine bunte Mischung von sechs- bis 14-jährigen Kindern mit und ohne Handicap wieder.

Das Training geht weiter, es werden verschiedene Spiele gespielt, bis es zum richtigen Match kommt: Die Halle wird in zwei Felder aufgeteilt und in kleinen Gruppen wird gegeneinander gekickt. Auf die Tore oder Regeln kommt es dabei nicht besonders an, mehr zählen die Freude am Spielen und das Miteinander. Es ist bemerkenswert, wie die Kinder ohne Handicap die mit Handicap im Spiel einbeziehen, ihnen immer wieder den Ball zuspielen und sie zum Zug kommen lassen. Bei den Sechs- bis 14-Jährigen wird hier schon früh ein Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Behinderten entwickelt.
Es waren die Eltern, die damals mit der Idee der Inklusionsmannschaft auf Mechthild Hamberger zugegangen sind. Im April 2014 hat man dann begonnen, die Pläne umzusetzen. Obwohl einige Möglichkeiten vorhanden wären, hat das Team kein großes Interesse, an Turnieren teilzunehmen. Der Spaß und die Bewegung stehen im Vordergrund und würden den Kindern völlig ausreichen, erklärt die Jugendleiterin. Im Landkreis Freising ist das Projekt einmalig, in Bayern sei man erst die 15. Inklusionsmannschaft überhaupt, so Hamberger. Außer im Raum München und Nürnberg gebe es da noch nicht viele Angebote.
Zum Schluss wird Elfmeterschießen geübt. Hamberger, die als gelernte Altenpflegerin neben ihrem „Trainerjob“ auch noch Musiktherapeutin, Buchautorin, Ganztagesbetreuerin und Übungsleiterin ist, hat sehr positive Erfahrungen mit der Inklusionsmannschaft gemacht und will auf jeden Fall weitermachen. „Die Kinder haben viele Fortschritte gemacht, sowohl die mit Handicap als auch diejenigen ohne haben ihre Ängste abgelegt“, berichtet sie. Am 24. Januar wird es nachmittags dann doch ein Hallenturnier geben – allerdings in „lockerer Stimmung“.

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Gibt es noch Hoffnung für das NoWasWert ?

Schließung des Caritas-Projekts würde ein großes Loch in Moosburg hinterlassen

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Was mit der Arbeitsmarktreform und den damit verbundenen Leistungskürzungen für Langzeitarbeitslose im Jahr 2012 durch die Bundesregierung beschlossen wurde, zeigt nun seine Auswirkungen im Landkreis: Vergangene Woche verkündete die Caritas die Schließung ihrer Rentabel-Kaufhäuser. Mit „NoWasWert“ verliert Moosburg dabei eine Institution, die einzigartig ist.
Einige Menschen stöbern hier, schauen sich um und entdecken oft besondere Fundstücke, die es sonst nicht mehr gibt. Von Herren- und Damenmode, Weihnachtsschmuck bis hin zu Möbelstücken fürs Wohnzimmer hat das „NoWasWert“ eine breite Auswahl. Bedürftige Menschen genauso wie Asylbewerber nutzen das Angebot des Gebrauchtwarenladens der Caritas, weil ihr Geldbeutel nicht mehr hergibt und sie auf die niedrigen Preise angewiesen sind. Was „NoWasWert“, eine Kooperation des BRK und der Caritas, macht, ist so in Moosburg einmalig: Einerseits gibt der Laden Menschen, die aufgrund von gesundheitlichen Einschränkungen auf dem sogenannten „ersten“ Arbeitsmarkt als nicht arbeitsfähig gelten, durch die Zuverdienstmöglichkeiten eine geregelte Tagesstruktur sowie eine Beschäftigung mit Sinn und bietet ihnen so eine Perspektive. Zum anderen ist es ein Ort, an dem bedürftige Bürger für wenig Geld Kleidung und Möbel einkaufen können.
Seit der Gründung im Jahr 2011 konnte sich „NoWasWert“ gut etablieren, die Erfahrungen von Leiter Bernhard Campe sind durchweg positiv: „Wir konnten unsere Teilnehmerzahl erhöhen und auch die Umsätze sind kontinuierlich gestiegen. Der Laden ist bekannter geworden und wird noch besser von den Leuten angenommen.“ Auch die Angestellten hätten durch das Arbeitsverhältnis eine sehr positive Entwicklung genommen.

Beschäftigung für Langzeitarbeitslose, Anlaufstelle für Bedürftige und Fundgrube besonderer Schätze – all das umfasst das „NoWasWert“ in Moosburg.
Beschäftigung für Langzeitarbeitslose, Anlaufstelle für Bedürftige und Fundgrube besonderer Schätze – all das umfasst das „NoWasWert“ in Moosburg.

Die Kürzungen der Förderungen vom Bund im Rahmen der Arbeitsmarktreform haben jedoch deutlich gegriffen, bemerkt Campe. Waren es im Jahr 2012 noch 30 Plätze, die mit jeweils 500 Euro pro Monat gefördert wurden, sind es nun nur noch 250 Euro für 15 Plätze, von denen allerdings auch nicht alle belegt sind. „Ich frage mich, was das Jobcenter mit den bedürftigen Leuten macht, die sind ja nicht auf einmal von der Bildfläche verschwunden“, erklärt der „NoWasWert“-Leiter. Klare Sache ist: Genau diese Förderungen fehlen nun, was das sechsstellige Defizit, welches die Caritas-Geschäftsführerin Carolin Dümer als Schließungsgrund der Rentabel-Kaufhäuser anführte, beweist. Zwar geht der von „NoWasWert“ erwirtschaftete Gewinn an das BRK, das die Mietkosten für den Laden übernimmt, zurück – die Kosten des Projekts sind damit aber nicht gedeckt.
Auf die Frage, ob er glaubt, dass das „NoWasWert“ noch gerettet werden könne, antwortet Campe mit ratlosem Blick: „Ganz ehrlich? Ich weiß es nicht.“ Dafür bräuchte es eine dauerhafte jährliche Leistung des Landratsamts von etwa 150 000 Euro, die aber erst einmal vom Kreistag genehmigt werden müsse. „Allerdings unterstützt uns der Landkreis ja schon jährlich mit 65 000 Euro.“ Für eine Rettung „müsste schon ein Wunder passieren“ – auf das Campe dennoch hofft, „denn einen Ersatz gibt es ja nicht“.
Im Landratsamt kam die Nachricht der Caritas zur Schließung sehr überraschend. Auf Nachfrage der MZ, ob man die Rentabel-Kaufhäuser noch zusätzlich unterstützen könnte, erklärte Pressesprecherin Eva Dörpinghaus, dass zunächst juristisch geprüft werden müsse, ob man in irgendeiner Weise tätig werden kann. Man könne nämlich nichts fördern, was nicht von der Landkreisordnung gedeckt wird. Landrat Josef Hauner zeigte sich laut Dörpinghaus ebenso schockiert und bedauere die bevorstehende Schließung.

Noch ist der Eingang zum Gebrauchtwarenladen „NoWasWert“ offen – ohne weitere Förderungen wird er Ende März schließen.
Noch ist der Eingang zum Gebrauchtwarenladen „NoWasWert“ offen – ohne weitere Förderungen wird er Ende März schließen.

Auch der BRK-Kreisvorsitzende und ehemalige Bürgermeister Toni Neumaier äußerte sein Bedauern über das Ende von „NoWasWert“. Er sehe es als unmögliches Verhalten des Bundes, die Förderungen zu kürzen. Auch in Bayern gebe es trotz einer „Sonnenschein“-Arbeitslosenquote Langzeitarbeitslose. Gerade vor dem Hintergrund der zahlreich ankommenden Flüchtlinge nehme der Gebrauchtwarenladen eine wichtige Funktion ein. Stellvertretend für die SPD-Fraktion erklärte er, dass man dort mit allen Mitteln versuchen werde, das „NoWasWert“ zu erhalten, da gerade sozial Schwache von der Schließung betroffen sind. Auch in der Kreistagssitzung im Dezember werde das Thema auf der Tagesordnung stehen, versicherte Neumaier.
Eins ist gewiss: Der günstige Gebrauchtwarenladen würde vielen bedürftigen Menschen fehlen. Dieser Meinung war auch die 65-jährige „NoWasWert“-Kundin Henny Beringer aus Nandlstadt, die auf die soziale Komponente des Ladens hinwies: „Eine solche Einrichtung ist notwendig, der Staat müsste dieses Projekt weiterfinanzieren.“

„Es bleibt spannend auf dem Ausbildungsmarkt“

Viele Ausbildungsplätze nach wie vor unbesetzt – Weiterbildung und Studium im Trend

Die Vertreter von Berufsschulen und Kreishandwerk aus vier Landkreisen trafen sich am Freitag in der Agentur für Arbeit in Freising, um Bilanz über das Berufsberatungsjahr 2014/15 zu ziehen.
Die Vertreter von Berufsschulen und Kreishandwerk aus vier Landkreisen trafen sich am Freitag in der Agentur für Arbeit in Freising, um Bilanz über das Berufsberatungsjahr 2014/15 zu ziehen.

Der Tenor der Teilnehmer am Pressegespräch zum Ausbildungsmarkt in der Agentur für Arbeit am Freitag in Freising war einhellig: Es gibt weiterhin mehr freie Stellen als Bewerber in den vier Landkreisen Dachau, Erding, Ebersberg und Freising. Die Gründe dafür liegen weitgehend in der Attraktivität der Weiterbildung sowie am Imageverlust der dualen Ausbildung.
Gemeinsam mit ihren Partnern aus den Berufsschulen, dem Kreishandwerk sowie der IHK präsentierte die Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Freising, Karin Weber, die aktuellen Zahlen des Ausbildungsmarktes und zog Bilanz über das Berufsberatungsjahr 2014/15. Bevor Weber das Wort an die Vertreter gab, wies sie auf die allgemeine Situation in den vier Landkreisen hin: „Es bleibt spannend auf dem Ausbildungsmarkt: Im letzten Jahr standen wieder viele Stellen zur Verfügung, die aufgrund der geringen Bewerberzahl nicht besetzt werden konnten. Hier besteht Handlungsbedarf.“ Auch ohne Traumnoten fänden Schüler demnach gute Ausbildungsplätze in den Betrieben. Im Berichtsjahr 2014/15 gab es 3264 Bewerber für Berufsausbildungsstellen in der Agentur für Arbeit, 39 davon fanden keine Perspektive. 559 von insgesamt 2966 Stellen blieben dabei unbesetzt, das sind 195 mehr als im Vorjahr. Im Landkreis Freising waren es 1189 Bewerber, von denen 14 noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Auch hier sind 204 Stellen von 1179, ein Plus von 27, nicht besetzt worden. Für die Geschäftsstelle Erding war die Tendenz ähnlich. „Bis Weihnachten geht da aber meistens noch was“, erklärte Weber.
Johannes Sommerer, Leiter der Berufsschule Dachau, informierte anschließend über die Integration von Flüchtlingen. Derzeit gebe es sechs Berufsintegrationsklassen, deren Ziel es ist, die Migranten in zwei Jahren durch Sprachförderung und Sozialkundeunterricht in die Berufswelt und unsere Gesellschaft einzugliedern. Im zweiten Jahr sind dabei vermehrt Praktika in unterschiedlichen Betrieben vorgesehen. Die Vertreter der Berufsschule Freising, Matthias Fischer und Ingrid Link, vermerkten eine positive Entwicklung im Bereich der Kinderpflege, in dem die Schülerzahlen deutlich angestiegen seien. Waren es im ersten Jahr noch 48, sind es nun schon 110 – Nachschub, der bei dem hohen Fachkräftemangel in Kindergärten dringend benötigt wird. Erfreulich sei auch, dass die besetzten Ausbildungsplätze in der Ernährungssparte eine ansteigende Tendenz zeigen. Momentan gibt es 170 Personen ohne Ausbildungsplatz, obwohl der Trend bei den „klassischen“ Betroffenen eigentlich nach unten geht – die Statistik wird durch die steigende Zahl der Flüchtlinge jedoch wieder angetrieben. In Freising gibt es wegen Platzmangels in der Berufsschule derzeit nur drei Integrationsklassen. Die Erfahrung mit den Flüchtlingen sei aber durchwegs positiv, wie Link bemerkte: „Die Schüler sind sehr motiviert, pflichtbewusst und wissbegierig.“ Lediglich an der Sprache scheitere es noch oft, sodass sie ihre Gedanken nicht ganz in Worte fassen können. Auch zurückhaltend seien viele der überwiegend männlichen Migranten aus Afghanistan, Syrien oder Somalia – die Vermittlungsquote für Praktika steigt aber. Elf Flüchtlinge befinden sich schon in einem festen Ausbildungsverhältnis in den verschiedensten Berufen von Bäcker bis Fachinformatiker.

Florian Kaiser, Referent für regionale Bildungsberatung der IHK München und Oberbayern, kam anschließend auf das unausgeglichene Verhältnis zwischen Bewerberzahlen und Stellenangeboten zu sprechen. Er sieht das Hauptproblem dafür in der Attraktivität des „Königswegs“ durch Abitur und Studium, der in den Köpfen vieler Eltern verankert ist. Aber auch das schlechte Image der dualen Ausbildung gelte es geradezurücken. Hier wurden seiner Meinung nach in den letzten Jahren falsche Signale durch die Politik gesendet. „Europaweit werden wir beneidet für unser gutes, duales Ausbildungssystem und im Inland selbst geht die Nachfrage zurück“, bemerkte Karin Weber. Dabei könnte man mit einer Ausbildung genauso gut Karriere machen und hätte durch die Weiterbildungsmaßnahmen danach immer noch die Chance, zu studieren, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig.
Eine Renaissance würden die Ausbildungsberufe im Handwerk und Holzbau erleben, bemerkte Kreishandwerksmeister Rudolf Waxenberger aus Erding. In der Gastronomie gebe es Probleme, Ernährungsberufe wie Metzger oder Bäcker seien jedoch stabil. Zum Schluss wies Harald Brandmeier, Leiter der Berufsberatung in der Arbeitsagentur, noch darauf hin, dass nicht alle Bewerber die erforderten Kriterien erfüllten, um eine Ausbildungsstelle zu erhalten. Deshalb schwanke die Statistik der unbesetzten Stellen im Verhältnis zu den unversorgten Schülern.

Eine Sprache, die jeder versteht

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Ohne die Asylbewerber würde es die „Alte Herren“-Mannschaft nicht geben

Jeden Dienstagabend um 19 Uhr findet am Fußballplatz des FC Wang eine kleine Weltmeisterschaft statt: Dort kicken Syrer, Nigerianer, Afghanen, Libyer und Deutsche zusammen. Was sie verbindet ist der Fußball – die Sprache versteht jeder.


„Ahmed! You are teamleader today, okay?“, weist der „Coach“ Horst Schlecht den Afghanen ein. Teams werden gebildet und Trikots verteilt, nach kurzem Warmlaufen rollt der Ball. Es ist Freizeitkicken, Spaß haben und sich vom Alltag ablenken, was hier läuft. Beim Training der „Alten Herren“ in Wang spielen Syrer, Nigerianer und Deutsche auf einem Platz, die Verständigung klappt reibungslos.


Am heutigen Dienstag sind nur zwölf Spieler gekommen, viele Väter mussten zum Elternabend in den Kindergarten. „Normalerweise sind wir 16 bis 24 Leute, eine recht gemischte und lustige Truppe. Den Großteil dabei bilden aber meistens die Asylbewerber – ohne sie könnte die Mannschaft nicht existieren“, erzählt Harald Schlecht, Vorsitzender des FC Wang, der die Idee im April ins Leben gerufen hat.


Als man beschloss, wieder eine AH-Mannschaft für Väter, die sich im Jahr 2000 aufgelöst hatte, aufzubauen, war klar, dass sich dafür zu wenig Spielbegeisterte im Dorf befinden, um genügend Leute zusammen zu bekommen. Deshalb kontaktierte man die Gemeinde und bot an, dass, falls Interesse besteht, Flüchtlinge aus den Unterkünften in der Nähe sich jederzeit dem Training anschließen können. Initiator Schlecht erwartete sich zunächst nicht viel davon, doch der Aufruf zeigte seine Wirkung. Die Asylbewerber füllten die Mannschaft und verliehen ihr zugleich einen lebendigen Esprit, der zuvor verloren gegangen war. „Ohne sie wären die Mannschaft und das Training eingeschlafen.“ Die meisten unter ihnen sind zwischen 19 und 25 Jahre alt und kommen aus den Unterkünften Isareck oder Normstahl.


Um den Flüchtlingen das Fußballspielen zu ermöglichen, organisierten die Schlechts, Sohn und Vater, zunächst Fußballschuhe durch Spenden von Bekannten. Diese werden nun vom Verein fürs Training zur Verfügung gestellt. Zudem wurden Trikots und ein Fußball angeschafft, da es beim FC Wang nur die Jugendabteilung gibt und keine weitere Austattung mehr vorhanden war. Auch zwei siebenjährige Kinder von Asylbewerbern trainieren in der F-Jugend des FC Wang mit.


„Okay. Concentration!“ – Das Spiel nimmt seinen Lauf, gespielt wird sechs gegen sechs, alle fünf Minuten fällt ein Tor. Auf dem Platz werden bis zu sechs Sprachen gesprochen. Deutsche Ausdrücke wie „Super, Super!“ oder „Dankeschön!“ nach einem gelungenen Zusammenspiel werden dabei immer wieder von den Afrikanern oder Syrern aufgeschnappt und lautstark wiederholt, was dem internationalen Training seinen Charme verleiht.


Der 23-jährige Ahmed Al-Nabulsi, der 2013 aus Syrien angekommen war, ist begeistert von dem Training: „Alle Leute sind nett hier, das Spielen macht richtig Spaß.“ Auch die Erfahrungen des Vorsitzenden mit der Mannschaft sind sehr positiv: „Das Training hat von Anfang gut funktioniert, es hat nie Schwierigkeiten gegeben.“ Mit der Wiederbelebung der „AH“ habe es außerdem viele Mitgliedsanträge durch die Väter gegeben, was gut für den Verein war. Für die Asylbewerber macht eine Mitgliedschaft durch die unsichere Bleibe und den ständigen Wechsel jedoch keinen Sinn. Sie sind durch die allgemeine Versicherung für Flüchtlinge des DFB mit abgesichert.


Die Regeln des Fußballs sind allen bekannt. Anfangs musste man sich noch mit „Händen und Füßen“ verständigen, viele Asylbewerber würden jedoch schnell Deutsch lernen, einige sprechen auch gutes Englisch, so Schlecht. Dass die ausländischen Kicker eine andere Mentalität in sich haben, merke man jedoch auch: So gehen die meisten nicht außer Haus, wenn es regnet und kommen nicht zum Training. Auch im Monat des Ramadans im Juni/Juli kamen viele an ihre Grenzen, da sie beispielsweise während des Sommertuniers bei bis zu 30 Grad nichts trinken durften. Vor allem bei den Afrikanern merke man, dass sie untereinander härter in die Zweikämpfe gehen, berichtet der 34-Jährige.


Mittlerweile hat sich aus der Mannschaft schon mehr als Fußball entwickelt. Durch das Training haben sich Freundschaften gebildet. Dank beidseitigem Beiwohnen von Veranstaltungen wie der Sonnwendfeier des FC Wang, bei dem die Flüchtlinge halfen, die Zelte aufzubauen, oder dem Integrationsfest beim Normstahl, entstand ein reger Kulturaustausch. Auch zur diesjährigen Weihnachtsfeier des Vereins wird die „Freizeit-AH“ eingeladen. Die einzige Sorge bereitet dem Vorsitzenden der Winter. Da man ohne Geldmittel keine Halle für das Training mieten kann, muss die AH-Mannschaft in den kalten Monaten pausieren. Schlecht hofft, dass das Training nach der Winterpause dennoch nahtlos weitergeht und man dort anknüpfen kann, wo man aufgehört hat.

Macht Facebook & Co. uns zu transparent ?

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“Die Vorteile, die die neuen Medien und Kommunikationsmittel für uns alle bieten, sind den Preis nicht wert, den wir mit dem teilweisen oder vollständigen Verlust der Privatsphäre bezahlen.“

In den vergangenen Jahren haben soziale Netzwerke wie etwa Facebook, Twitter oder Instagram einen enormen Zulauf an neuen Mitgliedern bekommen. Millionen Menschen sind in mindestens einem von den oben genannten registriert und kommunizieren auf diese Weise täglich mit Freunden und Bekannten. Vor allem die jüngere Generation der Gesellschaft greift auf die neuen Medien und Kommunikationsmittel durch Tablets, Smartphones oder Laptops zu, meistens ohne sich vorher viele Gedanken darüber zu machen, geschweige denn die Datenschutzerklärungen oder die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Netzwerkbetreiber durchzulesen, bevor sie sich registrieren und zustimmen. Die ältere Generation, Eltern und Erwachsene, hingegen sind besorgt um ihre Kinder und betrachten derartige Aktivitäten im Internet mit einem kritischen Auge. Und das zurecht! Denn, was einmal in irgendeiner Form ins Netz gestellt wurde, ist schwer von dort zu entfernen. Erst vor kurzem kündigte Facebook wieder eine Lockerung der Datenschutzrechte seiner Mitglieder an. Seit dem 31. Januar 2015 ist es den Betreibern rund um Geschäftsführer Mark Zuckerberg nun also gestattet, jegliches Material (Fotos, Videos etc.), das von Nutzern gepostet wurde, für ihre Zwecke zu verwenden. Verluste der Privatsphäre hat es zwar auch schon in der Vergangenheit gegeben, etwa durch die Abhörung von Telefongesprächen in der ehemaligen DDR, durch die Überwachung der finanziellen Aktionen einer Person über die Bank oder durch den Patienten-Chip, der einem Informationen zu dem gesundheitlichen Status einer Person preisgibt. Doch Facebook setzt nun noch einen drauf, und will quasi das ganze Leben seiner User transparent machen. Allerdings bleibt es einem hier immer noch selbst überlassen, ob man dem Freiheitsverlust einwilligen möchte, indem man im Mainstream-Rausch eingeloggt bleibt.

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Für mich persönlich stellen neue Medien und Kommunikationsmittel keine akute Bedrohung bzw. einen starken/vollständigen Verlust der Privatsphäre dar, da dieser in einem gewissen Maß eben auch schon vorher existiert hat und es die Entscheidung jedes Einzelnen ist, diesem zuzustimmen.

Außerdem bieten neue Medien wie soziale Netzwerke und Kommunikationsdienstleistungsapps wie beispielsweise Facebook und What’s App die Möglichkeit, schnell und auf eine unkomplizierte Art und Weise mit Freunden und Bekannten zu kommunizieren und in Kontakt zu bleiben, auch wenn sie beispielsweise im Ausland wohnen, was ein Austauschen von Nachrichten erheblich erleichtert, vergünstigt und komfortabler macht. Meiner Meinung nach ist die Nutzung neuer Medien und Kommunikationsmittel deshalb gerechtfertigt, wenn die Aktivitäten im Netz einem gewissen Rahmen ausgesetzt sind, man also nicht zu viel und zu private Angelegenheiten veröffentlicht. Letztendlich bleibt es einem ja selbst überlassen, sich zu registrieren oder nicht, man kann somit also selbst entscheiden, ob es einem wert ist, den teilweisen oder vollständigen Verlust der Privatsphäre in Kauf zu nehmen. Wenn man jedoch bedenkt, dass zur Zeit über 1,39 Milliarden Menschen weltweit in Facebook registriert sind und es aktiv benutzen, stellt sich auch die Frage, inwiefern man von der Gesellschaft ausgegrenzt wird, wenn man zugunsten der eigenen Privatsphäre nicht mit dem Strom schwimmt und sich abmeldet.

50 Shades of Grey im Kino – TOP oder FLOP?

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Millionen Frauen auf der ganzen Welt hat er in den letzten Jahren den Kopf verdreht: Mr. Christian Grey. Was vor vier Jahren einen regelrechten Hype bei der weiblichen, aber auch männlichen, Leserschaft ausgelöst hat, bestätigte sich vergangene Woche auch im Kino, als der erste Teil der Trilogie „Shades of Grey“ von EL James pünktlich zum Valentinstag anlief. Die Kinos proppenvoll und schon Monate im Voraus ausgebucht, die Erwartungen hoch gesteckt. Die Werbemasche, die dem Ganzen vorausging, massiv und aggressiv. Der 01:30-Minuten-Trailer versprach schon so einiges an Lust, Verlangen und natürlich: Sex. Grey’s Lieblingsbeschäftigung in seinem „Spielzimmer“. Für diejenigen unter euch, die die Story noch nicht kennen: „50 Shades of Grey“ handelt von der unerfahrenen und etwas naiven Literaturstudentin Anastasia Steele, deren träumerische Welt sich von einem auf den anderen Schlag verändert, als sie dem reichen, selbstbewussten und äußerst attraktiven Unternehmer Christian Grey begegnet. Während eines Interviews für die College-Zeitung, das sie für ihre erkrankte Freundin Kate führt, lernt die 21-jährige Studentin Anastasia Steele (Dakota Johnson) den 27-jährigen Milliardär Christian Grey (Jamie Dornan) kennen. Nachdem sich zwischen ihr und Christian langsam eine Beziehung entwickelt, erfährt sie, dass Christian in seinem Apartment zahlreiche BDSM-Utensilien bereithält. Dort überreicht er ihr einen Vertrag, der klarstellt, dass ihre Beziehung eine rein sexuelle Form von Dominanz und Unterwerfung sein soll, ohne jegliche romantische Bindung. Ana willigt ein und begibt sich damit auf eine immer intensiver Reise ins Reich der sexuellen Praktiken. Von da an ist nichts mehr wie zuvor. Denn Christian führt Ana in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe – in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht…

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Meiner Meinung nach wurde der Film gut umgesetzt, die meisten Schauspieler (besonders Jamie Dornan) gut besetzt und auch die Schauplätze, wie etwa das Grey House oder Grey’s Apartment in Seattle dem im Buch Beschriebenen treu gehalten. Wer jedoch das Buch gelesen hat, wird von der zeitlupenartigen Langatmigkeit des Films und dem Charakter von Anastasia Steele, die immer wieder naiv lacht und ihrer wirklichen Rolle nicht gerecht wird, enttäuscht. Ansonsten ist es alles in allem eine gelungene Umsetzung des Erotik-Bestsellers und für Nicht-Kenner des Buches in jedem Fall sehenswert. Für mich daher ein FLOP, weil ich das Buch gelesen habe und kenne, für alle anderen ein TOP.

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