Erholungs- und Freizeitpark für Moosburg

Neugestaltung des Aquaparks mit Wakeboardanlage, neuem Kiosk und Sanitäranlagen

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Der Aquapark von oben beim Utopia Island Festival 2016. Im linken hinteren Teil des Badesees soll die Wakeboardanlage installiert werden.    Quelle: Laura Schindler

Der Aquapark wird bald nicht wiederzuerkennen sein: Die Klangfeld GmbH, die den beliebten Badesee seit letztem Sommer betreibt, hat große Pläne für das Areal. Durch eine neue Kioskfläche mit Biergarten, Sanitäranlagen und einer Wakeboardstation will man das Freizeitangebot am See steigern.

Anfang Juli wurde bekannt, dass der Aquapark den Besitzer wechselte: Isarkies hatte das Naherholungsgebiet damals für einen Millionenbetrag an die Firma V.I.P.’s Immobilien verkauft. Letztere ist Partner der Klangfeld GmbH, die unter anderem das jährlich im August stattfindende Utopia Island Festival am Aquapark veranstaltet. Im Jahr 2016 haben sich die beiden Firmen zur „Evago-Group“ zusammengeschlossen, die nun Dach für mehrere Tochterunternehmen wie Klangfeld, die Bümo Event-Logistik GmbH oder Mojo Barriers ist.

Evago ist auf Eventmanagement, Veranstaltungstechnik, Immobilien und Marketing spezialisiert. Die Firma beschäftigt über 100 Mitarbeiter in sechs verschiedenen Ländern. Im Fall des Aquaparks ist die Tochterfirma Evago Immobilien (ehemals V.I.P.’s Immobilien) Eigentümer und Bauherr, Klangfeld Betreiber und Projektleiter.
Für den Aquapark hat Klangfeld nun große Pläne: Nicht nur die Liegeflächen, Sanitäranlagen und das Kioskareal sollen erneuert und somit schöner gestaltet werden, man will außerdem eine Wakeboardanlage am See errichten. Im angrenzenden, geplanten Servicegebäude der Freizeitanlage soll zudem die Wasserwacht mit einem neuen Vereinsheim Platz finden.

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Das Utopia Island Festival 2016 am Aquapark.   Quelle: Patrick Wolf

Mit der Umgestaltung will Klangfeld die Qualität und Attraktivät am Aquapark steigern, man will das Potenzial des türkisblauen Badesees voll ausschöpfen. „Dabei soll für alle Generationen etwas dabei sein: für Kinder ein toller Spielplatz, für junge Familien die neue Kioskanlage mit Biergarten und für die Jugendlichen etwa das Freizeitangebot mit der Wakeboardanlage“, so Lorenz Schmid, Geschäftsführer von Klangfeld. Bisher sei die Liegewiese sehr abgenutzt und nicht gut gepflegt gewesen, noch dazu fehlte es an ausreichend Sanitäranlagen, Umkleidekabinen und Schattenplätzen. Dies soll sich nun ändern, betont Schmid.

Bei den Planungen wurde großer Wert darauf gelegt, die Interessen aller am Aquapark beteiligten Vereine und Nutzer zu berücksichtigen. So hat man sich auch lange mit Fischerverein und Wasserwacht besprochen, um einen guten Kompromiss zu finden. „Wir wollen jedem ‘seinen See’ weiterhin lassen. Ich denke, das Endergebnis ist uns überraschend gut gelungen“, so Lorenz Schmid.

Für die neue Wakeboardanlage hat man sich keinen geringeren als Doppelweltmeister Dominik Gührs mit an Bord geholt. Der Wakeboarder aus München wird von Red Bull gesponsert und reist durch seinen Sport momentan um die ganze Welt. „Dominik wäre mit seiner Erfahrung natürlich ein super Aushängeschild für unsere Anlage und kann sicher sowohl für Anfänger als auch für Profis einen tollen Parcours entwickeln“, freut sich Schmid. Viele wassersportbegeisterte Jugendliche hätten bereits bei Klangfeld angerufen, da sie gerne einen Wakeboard-Verein gründen würden, berichtet Schmid: „Der Bedarf ist auf alle Fälle da.“ Um den Lärm der Anlage mache er sich keine Gedanken: „Die Autobahn nebendran ist noch deutlich lauter.“ Auch Platz zum Schwimmen für die regulären Badegäste sei neben den Anlagen, die im hinteren rechten Teil des Sees entstehen sollen, noch reichlich vorhanden. Angrenzend zur Wakeboardanlage soll ein Servicegebäude mit Essenskiosk, der Verwaltung des Sees, Fitness- und Physioräumen, einem Sanitätsraum und einem Badeshop gebaut werden. In dem Gebäude soll auch die Wasserwacht Moosburg integriert werden, geplant sind ein Bootshaus, ein Büro für den Vorstand, Behandlungsräume sowie eine Aussichtsterrasse. Insgesamt wolle man viel mit Holz und Glas arbeiten, sodass sich das Gebäude gut in die Landschaft einfüge, so Schmid.

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Die alte Kioskanlage am Aquapark soll abgerissen werden.   Quelle: Laura Schindler

Die neue Kioskanlage soll ähnlich wie die Haager Schlossallee mit getrennten Kioskhäuschen, in denen regionale Anbieter Fisch, Fleisch oder Bäckereiwaren verkaufen, aufgebaut werden. Mit einem Biergarten soll dort ein schönes Ambiente geschaffen werden. Ganz neu soll es außerdem für Spaziergänger sowie Rettungsdienste einen Wirtschaftsweg rund um den Aquapark mit über zwei Kilometern Länge geben. Die Umgestaltung des Badesees läuft derzeit unter dem Projektnamen „Rosenpark“ – man will vom alten Namen „Aquapark“ weg, etwas Neues kreieren und nicht das Alte damit assoziieren. Ob der Badesee auch nach den Bauarbeiten den Namen „Rosenpark“ tragen wird, ist noch ungewiss. „Denkbar wäre es, da es zur Dreirosenstadt Moosburg gut passen würde“, so Lorenz Schmid.

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Schilder am Eingang des Aquaparks weisen bereits auf die Bauarbeiten hin.

Der Baubeginn für Kioskfläche, Sanitäranlagen und Wirtschaftsweg soll bald an den Start gehen, damit alles möglichst noch vor der neuen Badesaison fertig wird. Die Wakeboardanlage soll – wenn alles läuft wie geplant – voraussichtlich im Frühjahr 2018 eröffnet werden.

Für die Besucher des Aquaparks soll sich nichts ändern, wie Schmid unterstreicht. „Wir haben nicht vor, Eintritt zu verlangen. Es bleibt wie gehabt bei der Parkgebühr von 3,50 Euro.“ Zudem sollen die Liege- und Parkflächen deutlich erweitert werden, um einem größeren Andrang gerecht zu werden.
Klangfeld denkt schon weiter und hat bereits viele Ideen und Zukunftsvisionen für den Aquapark, unter anderem wären ein Triathlon, Beachvolleyball-Meisterschaften oder Open-Air-Konzerte denkbar, sagt Schmid. Priorität habe jedoch der Wohlfühleffekt am See, man wolle die Besucher nicht durch eine wöchentliche „Ramba-Zamba-Partymeile“ verschrecken.

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Der Moosburger Aquapark – ein Badeparadies im Sommer.   Quelle: Klangfeld

Neues Eisstadion ohne Gäste?

Oft nur wenige Besucher beim öffentlichen Lauf – Vereine wünschen sich mehr Zuschauer
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Für rund fünf Millionen Euro ist das Moosburger Eisstadion saniert und überdacht worden, eine höher Auslastung wäre wünschenswert.  (Quelle: Laura Schindler)

Es ist noch nicht lange her, dass das Eisstadion für etwa fünf Millionen Euro saniert und überdacht worden ist. Trotzdem scheinen die Nutzerzahlen zurückzugehen, was sich vor allem bei Abendlauf und Eisdisco bemerkbar macht. Die Eishockeyvereine EV Moosburg und EV Aich haben jedes Jahr zu kämpfen und klagen über zu wenige Zuschauer bei den Heimspielen in der Sparkassen-Arena.

Eishockey ist ein teurer Sport. Und doch einer, der unterhält – „egal, wie schlecht das Spiel ist“, wie Bastian Amann, Pressesprecher des EV Moosburg, es formuliert. Der Sport Eishockey hat in der Dreirosenstadt eine lange Tradition, vor allem in den 80er Jahren, als man noch in der Oberliga mitspielte, waren die Eishackler in Moosburg sehr angesagt. Seit fünf Jahren nun spielt der EV Moosburg wieder in der Bayernliga – und das bislang sehr erfolgreich.

EV Moosburg könnte gut mehr Zuschauer vertragen

Dennoch klagt man im Verein über zu wenige Zuschauer: „Im Schnitt zählen wir 210 Gäste pro Heimspiel. Das ist für die Bayernliga sehr wenig.“ Andere Mannschaften in der Liga, etwa der ECDC Memmingen, HC Landsberg oder TEV Miesbach, würden da einiges mehr auf die Waage bringen, im Schnitt sogar vierstellige Zahlen. „Dafür gibt es viele Gründe“, so Amann. „Ich denke, es liegt hauptsächlich daran, dass Moosburg im Speckgürtel Münchens liegt und die Einwohner verwöhnt sind mit einem vielfältigen Freizeitangebot.“ Landsberg beispielsweise sei eine „Hochburg“, da sei Eishockey fast schon Pflicht.

Dasselbe Problem wie Moosburg plage jedoch auch die Nachbarn aus Freising und Pfaffenhofen. Letztere spielen auch in der Bayernliga und zählen sogar noch weniger Besucher als Moosburg. „Selbst die Freisinger kommen mit ihrer attraktiven neuen Halle nicht über 200 bis 300 Zuschauer hinaus“, berichtet Amann. 800 Gäste würden offiziell in der Sparkassen-Arena Platz finden, inoffiziell habe man locker Kapazität für 1500, meint Amann. „An die Grenzen sind wir erst ein einziges Mal beim Eröffnungsspiel des neuen Stadions gegen Freising gekommen.“ Selbst bei Lokalderbys gegen Erding oder Dorfen zähle man nur 400 bis 500 Fans. „Viele Leute sind nicht mehr bereit, sich den Lokalsport anzusehen, und verfolgen lieber die Profispiele im Fernsehen“, so Amann, der diese Entwicklung bedauert: „Der Verein kämpft jedes Jahr.“

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Der EV Aich bei einem Heimspiel vor leeren Zuschauerrängen. Quelle: Bernd Spanier

Fast hätte es in dieser Saison sogar mit einem Hammerspiel für den EV Moosburg geklappt, nämlich gegen den EV Landshut, der es gerade noch in die Meisterrunde der Oberliga Süd geschafft hat. Wäre der EVL nach seinem schlechten Saisonstart in die Abstiegsrunde und der EVM in die Play-offs gekommen, wären die beiden Teams aufeinandergetroffen. Der EVM hat die Play-offs in der Bayernliga jedoch knapp verpasst und musste in die Abstiegsrunde. „In einem Spiel mal so viele Fans wie Memmingen oder Landsberg zu haben, wäre schon der Wahnsinn“, sagt Amann. „Meiner Meinung nach sind in Moosburg mit der Bayernliga Qualität und ein tolles Eishockey geboten, es sind auch immer wieder ehemalige Nationalspieler zu sehen, eigentlich muss das reichen. Außerdem machen wir es jedes Jahr bis zum Schluss der Saison spannend.“

Das seit 2009 neu überdachte Eisstadion habe beim Nachwuchs einen zwischenzeitlichen „Hype“ ausgelöst, der mittlerweile aber wieder abgeflaut sei, so Amann. Zwar befinde sich der EVM in einer komfortablen Situation, da auch viele Landshuter Kinder, für die beispielsweise das Training beim EVL zu teuer wäre, beim EVM spielten. Dennoch ist Eishockey mit drei Trainings pro Woche plus Spielen am Wochenende ein zeitintensiver Sport und muss – wie andere Sportarten auch – dem gesellschaftlichen Wandel geschuldet um seinen Nachwuchs kämpfen. Zudem fallen beim Eishockey hohe Kosten fürs Material an, die sich bei einer Gesamtausrüstung schnell auf rund 1500 Euro belaufen.

Weniger Besucher bei Eisdisco und Abendlauf

„Das Eisstadion an sich läuft bei weitem nicht mehr so gut wie früher“, sagt Bastian Amann. Eisdiscos und Abendläufe seien eine wichtige Einnahmequelle für den Verein, hier sinken die Zahlen allem Anschein nach aber. Die Einnahmen der öffentlichen Läufe gehen an die Stadt Moosburg, diese konnte jedoch keine Angabe zur genauen Anzahl der Nutzer machen. Im Jahr 2016 führte der Verwaltungshaushalt Ausgaben in Höhe von 260.424,94 Euro für das Eisstadion an. Dem gegenüber standen 159.422,78 Euro Einnahmen, davon waren 28.571,40 Eintrittsgelder. Jedes Jahr macht die Stadt ein Defizit beim Eisstadion, die Unterhaltskosten sind hoch, Preiserhöhungen beim Eintritt wären nicht sozial gerecht.

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Eine weitgehend leere Halle: Zum öffentlichen Lauf kommen oft nur wenige Besucher in die Sparkassen-Arena.  Quelle: Laura Schindler

Die Eishockeyvereine EV Moosburg und EV Aich organisieren viele Attraktionen für die Öffentlichkeit wie Eisfußball, Schlittschuhkurse, Jugendturniere oder die Eisdiscos. Beim Bau des neuen Stadions habe der Förderverein Eissport etwa 5000 Stunden Eigenleistung eingebracht, wie EVM-Vorsitzender Bernhard Loidl berichtet. Derzeit sind laut Loidl alle Eiszeiten von Vereinen und Hobbymannschaften komplett ausgebucht, dennoch gebe es auch Nutzer, die in der Vergangenheit weggefallen seien, wie beispielsweise die Stockschützen mit ihren Turnieren.

Ein weiterer Grund für den Rückgang von Zuschauern und Läufern könnte auch die neue Eishalle in Freising sein, meint Loidl. Einwohner aus Langenbach oder Marzling würden vielleicht eher nach Freising zum Eislaufen fahren. „Schade ist auch, dass man die Abendläufe aufgrund der Lärmschutzmaßnahmen nur bis 21.45 Uhr veranstalten kann“, bedauert Loidl. Durch längere Öffnungszeiten könnte man mehr Besucher gewinnen und die Einnahmen steigern.

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Das früher noch offene Stadion war beim Eislauf stets gut besucht.  Quelle: Bernd Spanier

„Eisstadion für Moosburg nicht selbstverständlich“

Vorsitzender Hanns Koller ist im Allgemeinen zufrieden mit den Zuschauerzahlen bei Spielen des EV Aich: „Es kann natürlich immer besser sein.“ Im Schnitt zähle man 50 bis 150 Besucher bei der ersten Mannschaft, die in der Bezirksliga spielt. „Die Tendenz liegt eher bei unter 100“, so Koller. Im Vergleich zu anderen Sportarten wie Fußball oder Tennis könne man sich mit derartigen Zahlen jedoch noch glücklich schätzen. Dass die Zuschauerzahlen zurückgehen, könnte laut Koller auch daran liegen, dass viele Leute lieber auf umliegenden Weihern, die zugefroren sind, Schlittschuhlaufen gehen. Ein Eisstadion für eine Kleinstadt wie Moosburg sei allerdings Luxus und nicht selbstverständlich, dies müssten die Bürger auch zu schätzen wissen, so Koller: „Lange Zeit war das Moosburger Eisstadion sogar das Einzige im ganzen Landkreis!“

Bürgermeisterin Anita Meinelt denkt, dass gerade die neue Überdachung den Rückgang der Zuschauerzahlen ausmachen könne: „Viele Leute gehen lieber raus an die frische Luft, wenn das Wetter schön ist. In ein überdachtes Gebäude geht man ja eher bei schlechter Witterung.“ Dennoch bereut sie es nicht, vor acht Jahren das Geld in die Hand genommen zu haben, um das Stadion zu sanieren. Schließlich nutzten auch alle Schulen vormittags unabhängig vom öffentlichen Lauf das Stadion. „Es hat sich absolut gelohnt“, so das Fazit der Bürgermeisterin.

KOMMENTAR

Luxus direkt vor der Haustür

Rund fünf Millionen Euro für ein neues Eisstadion. Da sollte man erwarten dürfen, dass die Halle gut genutzt wird. Der Bedarf ist zweifellos da, das Stadion wird von mehreren Vereinen und allen Moosburger Schulen genutzt, die Eiszeiten sind komplett ausgebucht. Und trotzdem kommt es nicht selten vor, dass man beim öffentlichen Lauf, sogar an einem Samstagabend, auf eine einsame Halle mit einer Handvoll Besucher trifft. Wo früher die Eisfläche kochte und hunderte Teenager bei der Eisdisco ihre Runden drehten, herrscht momentan eher Ruhe. Dies ist nicht nur fatal für die Vereine, die sich unter anderem durch die Einnahmen aus Eisdisco und Abendlauf finanzieren, es ist auch schade für die schöne Halle. Moosburg kann sich glücklich schätzen, ein eigenes Eisstadion für eine Kleinstadt mit knapp 18.000 Einwohnern ist nicht selbstverständlich – blickt man auf ähnlich große Gemeinden im Landkreis. Es ist verständlich, dass öffentliche Einrichtungen wie Schwimmbad oder Eisstadion kaum kostendeckend für die Stadt sein können, dennoch sind sie sehr wertvoll für das gesellschaftliche Leben. Dieses Luxus‘ sollten sich die Einwohner bewusst sein. Zu einer lebendigen Stadt gehören nicht nur die Angebote, sondern auch die Menschen, die diese beleben.